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XML

Die XML (Extensible Markup Language) ist eine standardisierte Metasprache zur Definition von Auszeichnungssprachen, die den hierarchischen und strukturierten Austausch von Daten zwischen verschiedenen Anwendungen und Systemen über das Internet ermöglicht. Sie wurde entwickelt, um die Einschränkungen von HTML zu überwinden und ein flexibles, zukunftsträchtiges Format für den digitalen Geschäftsverkehr zu schaffen.

XML (Extensible Markup Language) – Ausführliche technische und organisatorische Aspekte

XML wurde vom World Wide Web Consortium (W3C) entwickelt und ist darauf ausgelegt, Daten zu beschreiben, nicht darzustellen. Im Gegensatz zu HTML (Hypertext Markup Language), das eine feste Anzahl von Tags zur Steuerung der Präsentation hat, erlaubt XML dem Benutzer, eigene Tags zu definieren. Diese Flexibilität macht XML zum bevorzugten technischen Format für den strukturierten Datenaustausch, insbesondere im E-Business und im wissenschaftlichen Bereich.

Technische Struktur und Validierung

Die technische Stärke von XML liegt in seiner einfachen Struktur und der Möglichkeit zur formalen Validierung:

  • Struktur: Ein XML-Dokument besteht aus einem Wurzelelement und einer hierarchischen Baumstruktur von Kindelementen, die jeweils von benutzerdefinierten Tags umschlossen werden (z.B. ...). Die Daten sind semantisch eindeutig in den Tags beschrieben.
  • Wohlgeformtheit (Well-Formedness): Ein XML-Dokument muss technisch einige elementare Regeln einhalten (z.B. korrekte Verschachtelung der Tags, ein einziges Wurzelelement), um maschinell verarbeitet werden zu können.
  • Validität: Über die Wohlgeformtheit hinaus kann ein XML-Dokument gegen ein Schema geprüft werden. Die wichtigsten technischen Validierungssprachen sind die DTD (Document Type Definition) oder das modernere XML Schema Definition (XSD). Diese definieren, welche Tags zulässig sind, in welcher Reihenfolge sie auftreten dürfen und welche Datentypen sie enthalten müssen, um die Konsistenz und Richtigkeit der ausgetauschten Daten zu gewährleisten.
  • Datenverarbeitung: Zur technischen Verarbeitung und Transformation von XML-Daten werden Standards wie DOM (Document Object Model) zur programmgesteuerten Navigation im Baum und XSLT (Extensible Stylesheet Language Transformations) zur Umwandlung von einem XML-Format in ein anderes (oder in HTML) verwendet.

Organisatorische und Anwendungstechnische Aspekte

Organisatorisch hat XML eine Revolution im elektronischen Datenaustausch bewirkt, indem es die Komplexität reduziert und die Interoperabilität erhöht:

  • Interoperabilität: XML dient als universelle technische Brückensprache zwischen verschiedenen IT-Systemen (z.B. SAP, Oracle, proprietäre Anwendungen), da es sowohl von Menschen lesbar als auch von Maschinen einfach zu verarbeiten ist. Es ersetzt teilweise die älteren, komplexeren EDIFACT-Standards.
  • E-Business und Web Services: XML ist das Rückgrat moderner Web Services und des Service-Oriented Architecture (SOA)-Paradigmas. Protokolle wie SOAP (Simple Object Access Protocol) verwenden XML, um Funktionsaufrufe und Daten zwischen Anwendungen über das Internet zu übertragen.
  • Datenaustausch in Branchen: In vielen Branchen wurden auf XML basierende Standards für den organisierten Datenaustausch entwickelt (z.B. ebXML im Handel oder XBRL im Finanzwesen), um die Geschäftsprozesse (z.B. die Übermittlung von Rechnungen, Bestellungen) zu automatisieren und zu standardisieren.
  • Datenhaltung: XML wird auch zur Speicherung von strukturierten Daten in XML-Datenbanken oder als Konfigurationsformat in Softwareanwendungen verwendet, da es die Flexibilität bei der Datenstrukturierung fördert.



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