VW
Der Begriff VW steht in der Förder- und Lagertechnik primär für Verteilwagen oder Verschiebewagen, wobei beide Bezeichnungen spezialisierte, schienengebundene oder fahrbare Transporteinrichtungen bezeichnen, die dem automatisierten oder teilautomatisierten horizontalen Transport, der Sortierung oder der Bereitstellung von Ladeeinheiten dienen.
Technische Aspekte des Verteilwagens und Verschiebewagens
Obwohl beide Begriffe in spezifischen Kontexten verwendet werden, teilen sie die technische Funktion der Bewegung von Gütern innerhalb eines begrenzten Systems, oft unter Einsatz von Schienentechnik und Automatisierung.
Verteilwagen (Transfer Car)
Der Verteilwagen ist ein Fördermittel, das zur Verteilung von Ladeeinheiten auf verschiedene Querbahnen oder in Lagerkanäle dient.
- Fahrzeugbauweise: Er fährt typischerweise auf Schienen, die quer zur Hauptförderstrecke verlaufen. Er nimmt die Ladeeinheit (Palette, Behälter) von einer Bahn auf und fährt zur gewünschten Abgabebahn.
- Integrierte Fördertechnik: Technisch ist der Verteilwagen selbst mit einer Rollen- oder Kettenbahn ausgestattet. Diese Fördertechnik ist reversibel und ermöglicht das automatische Aufnehmen und Abgeben der Güter an den Übergabepunkten.
- Steuerung: Die Steuerung erfolgt über eine SPS, die die Zieladresse vom Lagerverwaltungssystem (WMS) empfängt. Die Positionierung an den Übergabepunkten erfolgt mit hoher Präzision (technische Toleranzen) mittels Inkrementalgebern oder Laserscannern.
- Anwendungsbereich: Hohe Durchsatzleistung bei der Verteilung von Ladeeinheiten auf mehrere parallele Lagergänge oder Produktionslinien.
Verschiebewagen (Mobile Rack Base)
Der Verschiebewagen wird im Kontext von Verschieberegalanlagen verwendet und ist der mobile Unterbau des Regals selbst (siehe Verschieberegal).
- Konstruktion: Er besteht aus einer schweren, hochbelastbaren Stahlkonstruktion, die eine ganze Regalzeile trägt. Er läuft auf Schienen, die fest im Boden verankert sind.
- Antriebstechnik: Elektrische Antriebsmotoren und Zahnrad- oder Kettenantriebe sorgen für die kontrollierte, synchrone Bewegung der schweren Regalblöcke.
- Zweck: Die technische Aufgabe ist nicht der Transport von Ware zwischen Punkten, sondern die **Herstellung eines Bedienganges** durch Verschieben ganzer Regale.
Organisatorische Aspekte
Der Einsatz beider VW-Typen ist eine organisatorische Entscheidung zur Flächenoptimierung und Automatisierung von Transport- bzw. Lagerzugriffsprozessen.
- Systemintegration: Organisatorisch müssen die Verteil- und Verschiebewagen nahtlos in die Materialflusssteuerung integriert werden. Fehler im Steuerungssystem können zu massiven Engpässen führen, da die VWs kritische Schnittstellen im Lager darstellen.
- Wartung und Redundanz: Aufgrund ihrer zentralen Rolle muss die organisatorische Planung hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit stellen. Präventive Wartungspläne und gegebenenfalls Redundanzkonzepte sind erforderlich, um Systemausfälle zu vermeiden.
- Flächenausnutzung: Durch den Einsatz von Verteilwagen können lange, fest installierte Förderstrecken vermieden werden, da der Wagen die Querverbindung zwischen den Linien übernimmt. Der Verschiebewagen maximiert die Lagerdichte (siehe Verschieberegal).
Sowohl der Verteilwagen als auch der Verschiebewagen sind Automatisierungskomponenten, die zur Steigerung der Flächenproduktivität und der Transporteffizienz beitragen.
zurück zur Übersicht