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Verteil- und Sammeltransport

Der Verteil- und Sammeltransport ist ein logistisches Verfahren, bei dem auf einer einzigen, optimierten Rundfahrt Güter von einem zentralen Umschlagspunkt zu mehreren Empfängern ausgeliefert (Verteilfunktion) und gleichzeitig von verschiedenen Lieferanten Waren für den Rücktransport zum Ausgangspunkt aufgenommen werden (Sammelfunktion).

Technische Aspekte des Verteil- und Sammeltransports

Die technischen Anforderungen an den Verteil- und Sammeltransport beziehen sich primär auf die eingesetzten Fahrzeuge sowie die technischen Hilfsmittel zur Routenführung und Ladungssicherung, da während einer Tour mehrfache Be- und Entladevorgänge stattfinden.

Wesentliche technische Aspekte sind:

  • Fahrzeugausstattung: Es werden typischerweise mittelschwere oder leichte Nutzfahrzeuge mit Planen- oder Kofferaufbauten eingesetzt, die für den innerstädtischen oder regionalen Verkehr geeignet sind. Technische Hilfsmittel wie Ladebordwände oder Hubwagen sind unerlässlich, um das schnelle und ergonomische Be- und Entladen an unterschiedlichen Entladestellen zu ermöglichen, die oft keine eigene Rampe besitzen.
  • Ladungssicherungssysteme: Aufgrund der sich ständig ändernden Ladungszusammensetzung und des Ladungsvolumens während der Tour sind flexible und effiziente Ladungssicherungssysteme notwendig. Dazu gehören verstellbare Sperrstangen, Zurrschienen und Ladungssicherungsnetze, um die Stabilität der Restladung nach jeder Teillieferung oder Teilabholung zu gewährleisten.
  • Telematik und Navigation: Technisch wird die Durchführung durch moderne Telematiksysteme unterstützt. Diese beinhalten GPS-gestützte Navigation und Echtzeit-Ortung, die es der Disposition ermöglichen, auf unvorhergesehene Ereignisse (z.B. Verkehrsstaus, zusätzliche Abholaufträge) schnell zu reagieren und die Route dynamisch anzupassen.
  • Mobile Datenerfassung (MDE): Die Fahrer sind technisch mit mobilen Geräten ausgestattet, um die Liefer- und Abholprozesse digital zu dokumentieren (Scannen von Barcodes, digitale Unterschrift des Empfängers) und die Daten in Echtzeit an das Transport-Management-System (TMS) zu übermitteln.

Die technische Beherrschung der Prozesse ist entscheidend, um trotz der Komplexität pünktliche Liefer- und Abholzeiten zu garantieren.

Organisatorische Aspekte des Verteil- und Sammeltransports

Die organisatorische Herausforderung des Verteil- und Sammeltransports liegt in der komplexen Tourenplanung und der optimalen Auslastung des Fahrzeugs in beide Richtungen, um Leerkilometer und Ineffizienzen zu vermeiden.

Schwerpunkte der Organisation sind:

  • Tourenoptimierung (Routing): Die Organisation muss eine hochkomplexe Optimierung der Route durchführen (Problem des Handlungsreisenden mit Abhol- und Lieferpunkten). Hierbei werden Softwarelösungen genutzt, die die geografischen Standorte, die Zeitfenster der Kunden und das Volumen der Waren berücksichtigen, um die kürzeste oder zeitoptimierte Route zu berechnen.
  • Konsolidierung im Umschlagpunkt: Organisatorisch muss die Warenannahme im Umschlagpunkt so gesteuert werden, dass die einzuladenden Verteilgüter bereits nach der späteren Entladereihenfolge (Stop-Reihenfolge) auf den Ladeflächen der Fahrzeuge bereitgestellt werden.
  • Zeitfenstermanagement: Die Organisation muss die Abfahrts- und Ankunftszeiten am Umschlagspunkt präzise mit den von den Kunden vorgegebenen Annahme- und Bereitstellungszeiten (Zeitfenstern) synchronisieren, um Wartezeiten zu minimieren.
  • Dokumentenmanagement: Es muss ein straffes organisatorisches Verfahren zur Verwaltung der Frachtpapiere (Frachtbriefe, Lieferscheine) für die Vielzahl an Sendungen auf einer Tour etabliert werden, um Verwechslungen auszuschließen.

Der effiziente Verteil- und Sammeltransport ist ein Kernstück der Stückgutlogistik und des Kurier-, Express- und Paketwesens (KEP), da er durch die Kombination von Hin- und Rückfahrt die Transportkosten pro Sendung signifikant senkt.



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