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Verkehrslogistik

Die Verkehrslogistik (häufig synonym mit Transportlogistik verwendet) ist der Teilbereich der Logistik, der sich mit der Planung, Steuerung, Optimierung und Durchführung aller Bewegungsvorgänge von Gütern (Waren und Materialien) zwischen geographisch getrennten Orten befasst. Ihr primäres Ziel ist die Sicherstellung des termintreuen, kosteneffizienten und schadensfreien Transports mithilfe geeigneter Transportmittel und der optimalen Nutzung der Verkehrswege.

Organisatorische Aspekte und Aufgabenbereiche

Organisatorisch umfasst die Verkehrslogistik die Entscheidungen und Prozesse, die notwendig sind, um die Materialflüsse im Rahmen der gesamten Supply Chain zu koordinieren, vom Lieferanten bis zum Endkunden. Sie bildet die operative Verbindung zwischen den Lagerhaltungs- und Umschlagsfunktionen.

  • Wahl der Transportmittel: Eine zentrale organisatorische Aufgabe ist die Auswahl des optimalen Transportmittels (LKW, Bahn, Schiff, Flugzeug) oder der intermodalen Kombination unter Berücksichtigung von Kosten, Geschwindigkeit, Flexibilität und der Art der zu transportierenden Güter.
  • Transportnetzwerkplanung: Die Planung effizienter Routen und die Definition des Transportnetzwerkes (z.B. Direktverkehre vs. Sammelgutverkehr über Hub-and-Spoke-Systeme oder Transitterminals) sind entscheidend. Hierbei wird die Kapazität des Transportmittels und der Infrastruktur berücksichtigt.
  • Sendungsbündelung (Consolidation): Organisatorisch spielt die Bündelung kleiner Sendungen zu größeren Ladeeinheiten eine große Rolle, um die Auslastung der Transportmittel zu maximieren und die Transportkosten pro Einheit zu minimieren.
  • Outsourcing und Verfrachter: Die Organisation des Transports erfolgt oft durch die Beauftragung von Frachtführern (Landverkehr) oder Verfrachtern (Seefracht), wobei der Logistikdienstleister die vertragliche Haftung und Koordination übernimmt.

Technische Aspekte und Prozessoptimierung

Technisch stützt sich die moderne Verkehrslogistik stark auf Informationstechnologien (IT) zur Echtzeit-Steuerung, Routenoptimierung und zur Gewährleistung der Transparenz in der Transportkette.

  • Transport-Management-Systeme (TMS): Dies sind die technischen Kernsysteme, die zur Optimierung von Touren (Routenplanungsalgorithmen), zur Verwaltung von Frachtaufträgen und zur Abrechnung eingesetzt werden. Das TMS berechnet die effizienteste Beladungsreihenfolge und die optimale Nutzung der Transportkapazität.
  • Telematik und Sendungsverfolgung: Der Einsatz von GPS und Telematiksystemen im Transportmittel ermöglicht das Tracking & Tracing der Sendung in Echtzeit. Dies liefert technische Daten über den Standort, die Geschwindigkeit und die voraussichtliche Ankunftszeit (ETA - Estimated Time of Arrival), was für das Zeitfenstermanagement wichtig ist.
  • Ladehilfsmittel und Ladungssicherung: Die technische Vorgabe zur Ladungssicherung (z.B. gemäß VDI 2700) ist elementar für den schadensfreien Transport. Hierbei kommen genormte Paletten, Container und spezialisierte Transportbehälter zum Einsatz.
  • Schnittstellen: Die Verkehrslogistik ist technisch eng mit der Lagerlogistik verbunden. Die Übergabe der Ware erfolgt über standardisierte Schnittstellen und Datenformate (z.B. EDIFACT-Nachrichten), die den Austausch von Frachtpapieren und Warenbegleitdaten sicherstellen.

Die Verkehrslogistik ist der Motor der globalen Supply Chain und sorgt für die physische Bewegung der Güter zum Kunden.



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