Das Umlaufvermögen ist eine zentrale betriebswirtschaftliche Bilanzposition, die alle Vermögensgegenstände eines Unternehmens umfasst, die typischerweise kurzfristig gebunden sind und zur Veräußerung, zum Verbrauch oder zur Umwandlung in liquide Mittel (Zahlungsmittel) innerhalb eines Geschäftsjahres bestimmt sind. Es beinhaltet den Wert der Waren (Bestände) an jedem Punkt der Lieferkette, den Debitoren-Bestand und die flüssigen Mittel.
Organisatorisch ist das Umlaufvermögen eng mit den Prozessen der Logistik und der Finanzwirtschaft verknüpft, da es direkt die Liquidität und das Working Capital eines Unternehmens beeinflusst.
Technisch dient das Umlaufvermögen als Basis zur Berechnung wichtiger ökonomischer Kennzahlen, die Aufschluss über die finanzielle Stabilität und die Effizienz der Turn Rate geben.
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Das Working Capital (WC) ist definiert als: Umlaufvermögen - Kurzfristige Verbindlichkeiten. Es ist ein technischer Indikator für die Fähigkeit eines Unternehmens, seine kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Ein positives WC ist ein wichtiges Kriterium der Finanzierungsregeln.
Das Umlaufvermögen wird zur Berechnung der Liquiditätsgrade herangezogen, welche die Fähigkeit des Unternehmens zur jederzeitigen Zahlungsfähigkeit messen. Die Liquidität 1. Grades (Cash Ratio) nutzt nur die flüssigen Mittel, während die Liquidität 2. und 3. Grades (Quick Ratio, Current Ratio) auch Debitoren und Bestände einbeziehen.
Die logistischen Bestandteile des Umlaufvermögens unterliegen der Turn Rate (Umschlagshäufigkeit). Organisatorisch und technisch ist es das Ziel, die Kapitalbindung in den Beständen zu minimieren, indem die Lagerdauer (Lagerreichweite) verkürzt wird. Eine zu hohe Kapitalbindung in den Beständen kann trotz hoher Gewinne zu Liquiditätsengpässen führen.
Das Management des Umlaufvermögens ist die ständige ökonomische Optimierung des Zielkonflikts zwischen Rentabilität (geringe Bestände) und Sicherheit (hohe Lieferbereitschaft).