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TUL-Prozesse

Die TUL-Prozesse bezeichnen die elementaren Funktionen der Logistik und fassen die drei Kernbereiche Transport, Umschlag und Lagerung zusammen. Sie sind die grundlegenden Aktivitäten zur physischen Überwindung von Raum und Zeit im Material- und Warenfluss und stellen das Fundament jeder Lieferkette dar.

Technische Aspekte der TUL-Prozesse

Technisch betrachtet, beinhalten die TUL-Prozesse den Einsatz verschiedenster Geräte, Systeme und Technologien, die für die Bewegung, Konsolidierung und Aufbewahrung von Gütern notwendig sind. Die Optimierung dieser Prozesse zielt auf die Minimierung der Durchlaufzeiten und die Maximierung der Flächen- und Volumenausnutzung.

  • Transport (T):

    Umfasst die raumüberwindende Beförderung des Gutes mithilfe von Transportmitteln (Lkw, Bahn, Schiff etc.). Technische Aspekte sind die Routenoptimierung (Transport-Dispo) durch Transport-Management-Systeme (TMS) und die Auswahl der effizientesten Transportart unter Berücksichtigung der Transportkapazität (Volumen und Nutzlast).

  • Umschlag (U):

    Bezeichnet alle Vorgänge, die mit dem Wechsel des Transportmittels oder dem Wechsel der Lager- bzw. Handhabungseinheit verbunden sind. Hierzu gehören das Be- und Entladen sowie das Transshipment (Umladen). Technisch sind hier Umschlagsgeräte (Krane, Gabelstapler) und die technische Auslegung von Transitterminals entscheidend. Der Umschlag kann einen Sortierprozess zur Neuzusammenstellung von Sendungen integrieren.

  • Lagerung (L):

    Beinhaltet die zeitüberbrückende Aufbewahrung der Güter. Technische Aspekte sind die Wahl des optimalen Lagersystems (z.B. Palettenregale, Behälterregale), der Einsatz von Lagerverwaltungssystemen (LVS) zur Bestandsführung sowie die Automatisierung der Ein- und Auslagerung durch Regalbediengeräte (RBG).

  • Verkettung (Infrastruktur): Die technische Herausforderung liegt in der nahtlosen Verkettung der TUL-Prozesse. Förderbänder, fahrerlose Transportsysteme (FTS) und die Standardisierung von Transporthilfsmitteln (THM) wie Paletten und Containern dienen der technischen Integration.

Organisatorische Aspekte und Steuerung

Organisatorisch betrachtet, stellen die TUL-Prozesse die operativen Kernaufgaben des Logistikmanagements dar. Die Koordination dieser Prozesse ist entscheidend für die Erreichung der logistischen Zielgrößen (Zeit, Kosten, Qualität).

  • Kostenstruktur: Die Transportkosten und die Lagerkosten machen den größten Teil der Logistikkosten aus. Organisatorische Optimierung zielt darauf ab, die fixen und variablen Kosten durch hohe Auslastung (Transport) und hohe Flächennutzung (Lagerung) zu senken. Die Kosten des Umschlags sind Teil der Transaktionskosten.
  • Durchlaufzeit (Lead Time): Eine zentrale organisatorische Zielsetzung ist die Minimierung der gesamten Durchlaufzeit. Dies wird durch die Reduktion von Liegezeiten (Lagerung) und die Beschleunigung der Transportketten erreicht. Moderne Konzepte wie das Transit-Handling (Cross-Docking) zielen darauf ab, den Lagerprozess (L) fast vollständig zu eliminieren.
  • Informationsmanagement: Die organisatorische Steuerung basiert auf einem durchgängigen Informationsfluss. Die TUL-Prozesse müssen in den IT-Systemen (TMS, WMS, ERP) digital abgebildet werden, um eine effiziente Transport-Dispo und eine präzise Bestandsführung zu ermöglichen.
  • Risikomanagement: Die Prozesse bergen Risiken wie Transportschäden und Verlust. Organisatorische Maßnahmen wie die Überwachung der Ladungssicherung und die Festlegung klarer Haftungsübergänge (beim Umschlag) sind zur Risikominimierung notwendig.

Die TUL-Prozesse bilden die elementare Struktur der gesamten Lieferkette.



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