Transaktionskosten
Transaktionskosten bezeichnen die Gesamtkosten, die durch die Koordination und die Abwicklung geschäftlicher Interaktionen entstehen und über den eigentlichen Preis des Gutes oder der Dienstleistung hinausgehen. Diese Kosten umfassen alle Aufwände von der Informationssuche bis zur abschließenden Leistungskontrolle.
Technische und organisatorische Aspekte der Transaktionskosten
Die ökonomische Theorie der Transaktionskosten, begründet durch Ronald Coase und vertieft durch Oliver Williamson, betrachtet Transaktionen als die grundlegende Einheit wirtschaftlicher Aktivität. Transaktionskosten entstehen überall dort, wo Güter, Dienstleistungen oder Rechte zwischen zwei oder mehreren Akteuren übertragen werden. Sie lassen sich in verschiedene Phasen unterteilen, deren Reduktion ein primäres Ziel des Managements ist.
- Such- und Informationskosten (Ex-ante): Dies sind die Aufwendungen zur Identifizierung und Bewertung von geeigneten Partnern und Märkten. Dazu gehören die Kosten für die Informationsaufbereitung, Marktforschung, das Einholen von Angeboten und die technische Klärung von Spezifikationen.
- Vereinbarungs- und Verhandlungskosten (Ex-ante): Diese Kosten umfassen die Zeit und die Ressourcen, die für die Aushandlung der Konditionenvereinbarung und des finalen Vertragsabschlusses benötigt werden, einschließlich juristischer Beratungen, Meetings und der Erstellung komplexer Vertragswerke.
- Kontroll- und Überwachungskosten (Ex-post): Diese Kosten fallen nach dem Vertragsschluss an und betreffen die Sicherstellung der Einhaltung der vereinbarten Leistungen. Sie beinhalten die Leistungsüberprüfung, Qualitätskontrollen, Überwachung der Termineinhaltung und die Kosten für Audits.
- Anpassungs- und Durchsetzungskosten (Ex-post): Entstehen durch die Notwendigkeit, Verträge an unvorhergesehene Ereignisse anzupassen (z.B. bei technischen Änderungen oder Lieferkettenstörungen). Dazu zählen auch die Kosten für die Durchsetzung vertraglicher Ansprüche, einschließlich möglicher Rechtsstreitigkeiten.
Faktoren zur Kostenbeeinflussung
Die Höhe der Transaktionskosten wird maßgeblich durch die Transaktionsattribute bestimmt, die organisatorische Maßnahmen zur Koordination notwendig machen:
- Spezifität der Leistung (Asset Specificity): Je einzigartiger oder spezialisierter die Investitionen sind (z.B. spezielle Maschinen oder Wissen), desto höher sind die Abhängigkeit und damit die Kontrollkosten, um opportunistisches Verhalten des Partners zu vermeiden.
- Unsicherheit (Uncertainty): Die Kosten steigen mit der Unvorhersehbarkeit zukünftiger Entwicklungen (technologische, marktbezogene oder regulatorische). Dies erfordert komplexere Verträge und höhere Überwachungsaufwände.
- Häufigkeit (Frequency): Wiederholte Transaktionen (hohe Frequenz) führen in der Regel zu einer Reduktion der anfänglichen Such- und Verhandlungskosten durch die Etablierung von Routinen und Vertrauensbeziehungen.
Aus organisatorischer Sicht hat die Entscheidung über die Governance-Struktur (z.B. Hierarchie durch interne Leistungserstellung vs. Markt durch externen Zukauf) den größten Einfluss auf die Höhe der Transaktionskosten. Die Wahl der am besten geeigneten Kooperationsform zielt darauf ab, die Summe aus Produktions- und Transaktionskosten zu minimieren.
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