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Tragketten

Tragketten sind wesentliche Förderhilfsmittel in Kettenfördersystemen, die primär für den Transport von Gütern in horizontaler, geneigter oder vertikaler Richtung konzipiert sind.

Technische Aspekte der Tragketten

Tragketten sind spezialisierte Zugmittel und Förderorgane, die sich von reinen Zugketten (wie sie in Hebezeugen verwendet werden) durch ihre tragende Funktion unterscheiden. Technisch gesehen bestehen sie aus einer Aneinanderreihung von Gliedern (Bolzen, Laschen, Rollen), die durch Gelenke verbunden sind. Ihre Konstruktion ist auf die Aufnahme von Lasten und die Bewältigung der auftretenden Zugkräfte während des Betriebs ausgelegt.

  • Grundtypen: Man unterscheidet hauptsächlich zwischen Rollenketten (mit außenliegenden Rollen zur Reduzierung der Reibung auf der Führungsschiene, besonders bei hohen Geschwindigkeiten), Buchsenketten und plattenbasierten Ketten (z.B. Scharnierbandketten, die eine durchgehende Tragfläche bieten).
  • Material: Je nach Anwendung (Temperatur, Korrosionsgefahr, Belastung) kommen Stahl (hochfester Kohlenstoffstahl oder legierter Stahl), Edelstahl (für Lebensmittel- oder Nassbereiche) oder seltener Kunststoffe zum Einsatz.
  • Belastbarkeit und Dimensionierung: Die maximale Zugkraft Fmax​ und die zulässige Flächenpressung pzul​ in den Kettengelenken sind zentrale Dimensionierungskriterien. Sie müssen die statische und dynamische Belastung durch das Fördergut sowie die Summe der Reibungs- und Trägheitskräfte aufnehmen können.
  • Antrieb: Die Bewegung erfolgt durch ein Kettenrad (Triebrad), das in die Kettenglieder greift. Die Teilung t der Kette muss präzise auf die Geometrie des Kettenrades abgestimmt sein, um einen gleichmäßigen Eingriff und geringen Verschleiß zu gewährleisten.

Organisatorische Aspekte und Einsatzbereiche

Die Auswahl und der Betrieb von Tragketten haben signifikante Auswirkungen auf die Effizienz, Wartungsfreundlichkeit und Lebensdauer des gesamten Fördersystems.

  • Systemintegration: Tragketten sind integraler Bestandteil des Materialflusses in automatisierten Fertigungs- und Logistikprozessen. Sie bestimmen maßgeblich die mögliche Transportgeschwindigkeit, den Durchsatz und die Layout-Flexibilität der Förderstrecke. Bei Taktbetrieb müssen sie präzise positioniert werden können.
  • Wartung und Schmierung: Regelmäßige Inspektion auf Verschleiß (insbesondere die Dehnung der Kette aufgrund des Abriebs der Bolzen und Buchsen) und eine adäquate Schmierung sind essenziell, um die Betriebssicherheit zu gewährleisten und vorzeitigen Ausfall zu verhindern. Die Wahl des Schmierstoffes richtet sich nach der Betriebsumgebung (z.B. Hochtemperaturfett oder lebensmitteltaugliches Öl).
  • Betriebssicherheit: Tragketten müssen über Überlastungssicherungen (z.B. Rutschkupplungen) verfügen, um im Falle einer Blockade eine Zerstörung der Kette oder des Antriebs zu verhindern. Die Einhaltung der Sicherheitsabstände und die Kettenspannung (Vorspannung) sind ebenfalls organisatorisch zu überwachen, um ein Überspringen des Kettenrades oder ein Durchhängen zu vermeiden.
  • Anwendungsgebiete: Sie finden breite Anwendung in Bereichen wie der Automobilindustrie (Montagebänder), der Logistik (Palettenförderer), der Lebensmittel- und Getränkeindustrie (Flaschentransportsysteme) und im allgemeinen Maschinen- und Anlagenbau.



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