Rating
Das Rating bezeichnet ein standardisiertes, quantitatives oder qualitatives Bewertungsverfahren, welches dazu dient, die relative Güte, Stärke, Attraktivität oder das Ausfallrisiko eines Betrachtungsobjekts (z.B. ein Unternehmen, ein Projekt, ein Marktsegment) zu messen und in einer strukturierten Skala – oft numerisch oder alphabetisch – abzubilden, wodurch eine komprimierte und vergleichbare Information für strategische und finanzielle Entscheidungen geschaffen wird.
Technische und Methodische Aspekte des Ratings
Die technische Durchführung eines Ratings basiert auf transparenten Kriterien und einer festgelegten Skalierung, um die Subjektivität in der Bewertung zu minimieren und eine hohe Konsistenz zu gewährleisten. Die hier definierte Skala ist ein Beispiel für ein internes Ratinginstrument.
- Systematische Skalierung: Die technische Skala übersetzt komplexe Sachverhalte in eine einfache numerische Form, z.B. von +10 (höchste Stärke/Chance) bis -10 (größte Schwäche/Gefahr).
- 9 – 10: Steht für eine herausragende Eigenschaft oder eine einzigartige, hochgradige Chance (z.B. ein überlegenes **USP**).
- 7 – 8: Repräsentiert eine große Stärke oder eine signifikante Chance (z.B. hohes **Marktpotenzial**).
- 4 – 6: Kennzeichnet eine neutrale Position (weder klarer Vorteil noch Nachteil) und deutet auf Durchschnittlichkeit hin.
- 1 – 3: Signalisiert eine große Schwäche oder eine hohe, kritische Gefahr (**Potenzielle Probleme**), die eine dringende strategische Reaktion erfordert.
- Kreditrating als Spezialfall: Das externe Kreditrating (z.B. von Agenturen wie Moody's) ist ein Spezialfall, der technisch die **Eintretenswahrscheinlichkeit** des Kreditausfalls des Unternehmens bewertet. Dieses Rating beeinflusst direkt die Kosten für die Beschaffung von **Fremdkapital** und die Konditionen von **Kontokorrentlimiten**.
- Rating im Rahmen der **Marktanalysen**: Hier wird das Rating zur Bewertung der Attraktivität von **Markttrends**, der Stärke von **Konkurrenten** oder der **Affinität** von Zielgruppen verwendet.
- Technische Validität: Die Qualität des Ratings hängt von der technischen Validität und der Gewichtung der zugrunde liegenden **Details** ab (z.B. **Nettoumsatz**, **Eigenkapitalquote**, **Cash-Flow**).
Die technische Konsistenz und Klarheit der Ratingskala sind entscheidend für die Interpretierbarkeit.
Organisatorische und Strategische Aspekte
Auf der organisatorischen Ebene dient das Rating als strategisches Kommunikations- und Steuerungsinstrument, das komplexe Analysen für Managemententscheidungen zusammenfasst.
- Strategieentwicklung: Ratings (z.B. in der SWOT-Analyse) ermöglichen es dem **CEO** und dem Management, die interne Stärke (Ressourcen, **Infrastruktur**) und die externen Chancen und Risiken schnell zu vergleichen. Sie bilden die Grundlage für die Formulierung der **Marketingstrategie**.
- Priorisierung: Organisatorisch hilft das Rating bei der Allokation von **Investitionen**. Projekte oder Märkte mit einem hohen positiven Rating (hohe Chancen, starke Stärken) erhalten prioritäre Zuweisung von **Kapitalbedarf** und **Eigenmitteln**.
- Performance-Messung (Controlling): Interne Ratings (z.B. des **Qualitätsmanagement-Systems**) dienen dem **Controlling** als **Meilensteine** zur Überwachung der Leistungsfähigkeit von Prozessen und Abteilungen gemäß der **Planerfolgsrechnung**.
- Risikomanagement: Ein schlechtes Rating (z.B. 1–3) in kritischen Bereichen (z.B. Liquidität, technologischer Rückstand der **Anlagen**) signalisiert eine hohe Gefahr und zwingt die Organisation zur sofortigen Einleitung von Korrekturmaßnahmen (z.B. **Liquiditätsplanung** anpassen).
Das Rating ist somit eine verdichtete Entscheidungshilfe im strategischen Managementprozess.
zurück zur Übersicht