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Push-Prinzip

Das Push-Prinzip, auch als Siebe- oder Bringprinzip bezeichnet, ist ein planungsorientiertes Steuerungskonzept in Produktion und Logistik. Hierbei werden Material- und Warenflüsse nach vorher festgelegten Plänen und Prognosen gesteuert, unabhängig vom tatsächlichen Bedarf der nachfolgenden Prozessstufe.

Definition und Grundprinzip

Im Push-Prinzip erfolgt die Produktion und Bereitstellung von Waren basierend auf Sollvorgaben, Produktionsplänen oder Absatzprognosen. Die Steuerung ist somit vorwärtsgerichtet, wobei die Güter zu definierten Terminen und Mengen weitergegeben werden, unabhängig davon, ob sie unmittelbar benötigt werden. Dies unterscheidet das Push-Prinzip vom nachfrageorientierten Pull-Prinzip.

Technische Aspekte

Die Umsetzung des Push-Prinzips erfordert detaillierte Produktions- und Materialplanungen. ERP-Systeme, Materialbedarfsplanung (MRP) und automatisierte Fertigungssteuerungen spielen eine zentrale Rolle. Ziel ist es, den Produktionsfluss frühzeitig zu strukturieren, Lagerbestände zu planen und die Auslastung von Maschinen und Ressourcen optimal zu gestalten. Technische Instrumente wie Produktionsaufträge, Bestandslisten und Transportpläne sind essenziell, um die planungsorientierte Steuerung effizient zu realisieren.

Organisatorische Aspekte

Organisatorisch setzt das Push-Prinzip auf zentralisierte Planung, feste Produktions- und Lieferzyklen sowie auf klare Kommunikations- und Entscheidungswege. Die Planung erfolgt meist in periodischen Zyklen, wobei Prognosen zu Absatz und Materialbedarf die Grundlage für Entscheidungen bilden. Mitarbeitende müssen die geplanten Abläufe einhalten und Abweichungen frühzeitig melden, um Störungen im Produktionsfluss zu vermeiden.

Vorteile und Nutzen

Das Push-Prinzip ermöglicht eine strukturierte und vorausschauende Produktionsplanung, eine hohe Auslastung von Ressourcen und eine frühzeitige Sicherstellung von Warenverfügbarkeit. Es eignet sich besonders für Massenproduktion und standardisierte Produkte, bei denen Nachfrageprognosen zuverlässig sind. Nachteile können jedoch höhere Lagerbestände, Überproduktion und geringere Flexibilität gegenüber kurzfristigen Änderungen sein. Effektiv eingesetzt trägt das Push-Prinzip zur planbaren und kontrollierbaren Produktions- und Lieferkette bei.



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