Power Alliance®
Power Alliance® ist ein spezifisches Vertriebspartnerkonzept des Energieversorgungsunternehmens Atel (Aare-Tessin AG für Elektrizität, heute Teil der Alpiq-Gruppe), das darauf ausgelegt ist, die Stärken zentraler Energiehandelskompetenz mit der regionalen Marktnähe von Partnern zu bündeln. Organisatorisch fungiert diese Allianz als ein Netzwerk von Energieversorgern und Energiedienstleistern, das Synergien in den Bereichen Handel, Produktentwicklung und Kundenbetreuung schafft.
Power Alliance® – Ausführliche technische und organisatorische Aspekte
Die Power Alliance® wurde als strategisches Modell entwickelt, um im liberalisierten Energiemarkt Wettbewerbsvorteile zu erzielen, indem die Teilnehmer die Wertschöpfungskette durch komplementäre Kompetenzen erweitern. Organisatorisch ist das Konzept eine Antwort auf die Notwendigkeit, sowohl die technische Effizienz des Großhandels zu nutzen als auch die regionale Vertriebsstärke zu erhalten.
Organisatorische Struktur und Rollenverteilung
Der organisatorische Erfolg der Allianz basiert auf der klaren Definition der Rollen und der Nutzung der jeweiligen Kernkompetenzen der Partner:
- Rolle des Initiators (Atel/Alpiq):
- Technische Kompetenz: Einbringung des zentralen Handels-Know-hows und des Zugriffs auf die nationalen und internationalen Energiemärkte (Strombörsen, OTC-Handel).
- Organisatorische Aufgabe: Entwicklung von komplexen, risikoadjustierten Portfoliomanagement-Lösungen und die Bereitstellung von Tools zur Absicherung von Preisrisiken.
- Rolle der Partner (Regionale Versorger/Dienstleister):
- Organisatorische Stärke: Einbringung der direkten Kundennähe und der detaillierten Kundenkenntnisse (Lastprofile, lokale Bedürfnisse).
- Technische Stärke: Bereitstellung eigener regionaler Produkte und Infrastrukturdienstleistungen (z.B. Netzdienstleistungen, lokale Erzeugungsanlagen, Energiedienstleistungen).
- Netzwerk-Vorteil: Die Partnerschaft ermöglicht es den regionalen Akteuren, ohne eigene teure Handelstochter an den Vorteilen des professionellen Großhandels teilzuhaben, während der zentrale Partner seine Produkte über ein etabliertes, breites Vertriebsnetz anbieten kann.
Technische Integration und Produkte
Die Kooperation im Rahmen der Power Alliance® erfordert eine definierte technische und prozessuale Integration:
- Risikotransfer und Hedging: Organisatorisch ermöglichen die Partnerschaftsstrukturen den regionalen Versorgern, ihre Beschaffungsrisiken (Preisrisiken) an den Zentralpartner zu übertragen. Atel/Alpiq kann diese Risiken aufgrund des größeren, diversifizierten Gesamtportfolios (Portfolio-Management) effizienter am Markt hedgen (absichern).
- Produktentwicklung: Das Allianz-Konzept fördert die Entwicklung von hybriden Energieprodukten. Beispielsweise können regionale Ökostrom-Produkte des Partners mit den Absicherungsinstrumenten des Zentralpartners technisch kombiniert werden, um dem Endkunden ein attraktiveres Preismodell zu bieten.
- IT-Schnittstellen: Für die operative Abwicklung (Handelsaufträge, Mengenprognosen, Abrechnung) sind definierte technische Schnittstellen und Kommunikationsprotokolle zwischen den Systemen der Partner (z.B. ETRM-Systeme, Billing-Systeme) erforderlich, um einen reibungslosen Datenaustausch zu gewährleisten.
- Marktdefinition: Organisatorisch trägt die Allianz zur gemeinsamen Definition der Preis- und Produktstrategie bei. Die Markteinführung neuer Dienstleistungen kann schneller und mit geringeren individuellen Kosten für die Partner erfolgen.
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