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Offener Bestand

Der Begriff „Offener Bestand“ bezeichnet Materialien oder Teile, die bereits bestellt oder disponiert, jedoch noch nicht physisch im Lager eingetroffen sind. Diese Bestände befinden sich somit in einem Zwischenzustand zwischen Bestellung und Wareneingang und stellen eine wesentliche Größe im Bestandsmanagement und in der Materialdisposition dar.

Definition und Bedeutung

Ein offener Bestand umfasst alle Bestellmengen, die sich noch im Beschaffungsprozess befinden. Das heißt, die Lieferung wurde ausgelöst, aber der Wareneingang wurde noch nicht gebucht. Diese Bestände werden häufig in der Disposition berücksichtigt, um die zukünftige Materialverfügbarkeit zu berechnen. Im Gegensatz zu den physischen Lagerbeständen sind offene Bestände nicht unmittelbar verfügbar, können jedoch zur Planung von Produktions- oder Lieferprozessen bereits eingeplant werden.

Technische und organisatorische Aspekte

In modernen ERP- und Warenwirtschaftssystemen wird der offene Bestand als eigene Bestandskategorie geführt. Er entsteht, sobald eine Bestellung beim Lieferanten ausgelöst wird und bleibt bestehen, bis die Ware im Lager physisch erfasst und eingebucht ist. Die Verwaltung des offenen Bestands erfordert eine enge Abstimmung zwischen Einkauf, Wareneingang und Disposition. Automatisierte Buchungsprozesse und elektronische Schnittstellen (z. B. EDI, Lieferavis) tragen dazu bei, Transparenz über Liefertermine, Mengen und Lieferfortschritte zu gewährleisten.

Bedeutung in der Bestandsplanung

Die Berücksichtigung des offenen Bestands ist entscheidend für eine realistische Materialbedarfsplanung. In der Disposition wird dieser Wert additiv zu den verfügbaren Beständen betrachtet, um Engpässe oder Überbestände zu vermeiden. Ein Beispiel: Wenn ein Unternehmen einen offenen Bestand von 500 Einheiten hat, die in Kürze eintreffen sollen, kann dies den Zeitpunkt für Nachbestellungen oder Produktionsaufträge beeinflussen. Falsche oder veraltete Informationen über offene Bestände können zu Überbeschaffung, Fehlmengen oder Produktionsstillständen führen.

Kontrolle und Optimierung

Die Überwachung offener Bestände ist ein wichtiger Bestandteil des Bestandscontrollings. Dabei werden Kennzahlen wie Liefertermintreue, Beschaffungsdurchlaufzeit oder Bestellvolumen analysiert. Durch regelmäßige Abstimmung zwischen Einkauf, Lieferanten und Lagerverwaltung lassen sich offene Bestände effizient steuern und Verzögerungen frühzeitig erkennen. Digitale Dashboards und Echtzeitdaten tragen zunehmend dazu bei, den offenen Bestand dynamisch und transparent zu managen.

Zusammenfassung

Offene Bestände sind ein zentraler Bestandteil der Bestandsführung und spiegeln den aktuellen Stand laufender Beschaffungsprozesse wider. Ihre korrekte Erfassung und Überwachung ist entscheidend für eine präzise Bedarfsplanung, hohe Lieferfähigkeit und effiziente Lagerhaltung in industriellen und logistischen Systemen.



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