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MHD-Verwaltung

Die MHD-Verwaltung bezeichnet die systematische Steuerung von Lagerbeständen anhand ihrer Mindesthaltbarkeitsdauer (MHD) auf Artikel- oder Chargenebene. Ziel ist die Sicherstellung von Produktsicherheit, Minimierung von Verderb und gesetzeskonforme Rückverfolgbarkeit.

Grundprinzipien

Die MHD-Verwaltung basiert auf der Erfassung und Nutzung von MHD-Informationen bereits beim Wareneingang und deren kontinuierlicher Verfolgung während der Lagerhaltung. Wesentliche Konzepte sind FIFO (First In, First Out) und FEFO (First Expired, First Out) — letzteres priorisiert Entnahmen nach dem frühesten Verfallsdatum und ist bei verderblichen Gütern zwingend.

Technische Umsetzung

Technisch wird die MHD-Verwaltung durch ein WMS unterstützt, das Chargen-/Seriennummern, MHD-Felder und Zuordnungen zu Lagerplätzen abbildet. Identifikationstechnologien wie Barcode und RFID ermöglichen automatisches Scannen beim Ein- und Auslagerungsprozess. Schnittstellen zu ERP, Produktionssystemen und Lieferantenportalen gewährleisten konsistente Stammdaten. Automatisierte Alerts, Dashboards und Workflows informieren über bevorstehende Verfallsdaten, ermöglichen Umlagerungen in Promotionszonen oder Ausbuchung zur Entsorgung. In High-volume-Umgebungen kommen Pick-by-Voice/Light oder gebündelte FEFO-Picklisten zum Einsatz; bei sensiblen Produkten ergänzen IoT-Sensoren (Temperatur, Feuchte) die Entscheidungsbasis.

Organisatorische Aspekte

Organisatorisch sind standardisierte Prozesse für Wareneingangskontrolle, Kennzeichnung, Quarantäne und Rückrufmanagement erforderlich. Regeln zur Artikel- oder Chargenkennzeichnung müssen verbindlich sein; Sperrflächen für nicht konforme Ware und klare Verantwortlichkeiten (z. B. Wareneingang, Qualitätssicherung, Lagerleitung) müssen festgelegt werden. Schulungen zu FEFO-Prozessen, regelmäßige Inventuren und Audits sichern die Prozessdisziplin. Lieferantenvereinbarungen sollten MHD-Informationen und Mindestresthaltbarkeiten beim Eintreffen definieren.

Controlling und KPIs

Wichtige Kennzahlen zur Steuerung sind Verderbsquote (%), Bestandstage bis MHD, Anteil der Bestände mit Resthaltbarkeit unter X Tagen, Reklamationsrate wegen MHD, und Kosten der Entsorgung. Dashboards mit prognostischen Auswertungen (z. B. erwartete MHD-Abgänge pro Woche) unterstützen kurzfristige Maßnahmen wie Preisaktionen oder Umlagerungen.

Fazit

Eine wirkungsvolle MHD-Verwaltung kombiniert technische WMS-Funktionalität, automatisierte Identifikation und sensorische Überwachung mit klaren organisatorischen Vorgaben und Controlling-Mechanismen. Nur so lassen sich Produktsicherheit, Compliance und wirtschaftliche Verluste durch Verderb nachhaltig minimieren.



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