Make to Order (MTO) ist der englische Begriff für Auftragsfertigung und bezeichnet eine Produktionsstrategie, bei der Produkte erst nach Eingang einer konkreten Kundenbestellung gefertigt werden. Dieses Konzept unterscheidet sich grundlegend von der Lagerfertigung, da hier keine standardisierten Vorräte produziert werden, sondern individuelle Kundenaufträge im Vordergrund stehen.
Bei Make to Order beginnt der Produktionsprozess erst mit der verbindlichen Bestellung durch den Kunden. Dadurch können Produkte spezifisch an Kundenwünsche angepasst werden, sei es in Bezug auf Design, Funktionalität oder Menge. Dieses Prinzip ist insbesondere in Branchen verbreitet, in denen Individualisierung und Flexibilität entscheidend sind, wie im Maschinenbau, in der Möbelindustrie oder im Sonderfahrzeugbau.
Die Umsetzung von Make to Order erfordert eine enge Verzahnung von Vertrieb, Planung und Fertigung. Moderne ERP- und Produktionsplanungssysteme spielen dabei eine zentrale Rolle, um die Aufträge effizient einzuplanen und die Produktionsressourcen optimal zu nutzen. Da keine oder nur geringe Lagerbestände an fertigen Produkten vorgehalten werden, muss die Materialverfügbarkeit präzise gesteuert werden. Just-in-Time-Beschaffung und flexible Produktionsprozesse sind wesentliche technische Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung dieses Ansatzes.
Organisatorisch erfordert Make to Order eine hohe Abstimmung innerhalb der Wertschöpfungskette. Kundenkommunikation, Angebotskalkulation, Terminplanung und Kapazitätsmanagement müssen eng miteinander verknüpft sein. Unternehmen benötigen transparente Prozesse, um Lieferzeiten realistisch zu prognostizieren und einzuhalten. Zudem wird ein hohes Maß an Flexibilität in der Arbeitsorganisation und Produktionssteuerung verlangt, um auf schwankende Auftragsvolumina reagieren zu können.
Zu den Vorteilen zählen die hohe Kundenzufriedenheit durch maßgeschneiderte Produkte, geringere Lagerkosten sowie eine Reduzierung des Risikos von Überproduktion. Herausforderungen ergeben sich jedoch aus längeren Lieferzeiten im Vergleich zur Lagerfertigung sowie aus einem höheren organisatorischen Aufwand. Unternehmen müssen deshalb sorgfältig abwägen, ob die Vorteile der Individualisierung die potenziellen Nachteile überwiegen.
Make to Order ist ein Produktionskonzept, das die Individualisierung und Flexibilität in den Vordergrund stellt. Durch die direkte Kopplung der Fertigung an Kundenaufträge können Unternehmen spezifische Marktanforderungen präzise bedienen, müssen jedoch gleichzeitig effiziente Prozesse und ein hohes Maß an Organisation sicherstellen.