ISO 9000
Die ISO 9000 ist eine international anerkannte Normenfamilie der International Organization for Standardization (ISO), die organisatorische und technische Anforderungen sowie Leitlinien für die Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems (QMS) in Unternehmen festlegt. Das Hauptziel ist die Sicherstellung einer gleichbleibend hohen Qualität von Produkten und Dienstleistungen, die Erhöhung der Kundenzufriedenheit und die Etablierung eines Prozesses zur kontinuierlichen Verbesserung.
ISO 9000 – Ausführliche technische und organisatorische Aspekte
Die Normenfamilie ISO 9000 bietet organisatorisch den Rahmen für ein prozessorientiertes Management, das auf der systematischen Erfassung, Steuerung und Überwachung aller qualitätsrelevanten Prozesse basiert. Die Kernnorm, die ISO 9001, definiert die zertifizierbaren Anforderungen an das QMS und ist die weltweit am häufigsten angewandte Managementnorm. Sie ist universell auf Organisationen jeder Größe und Branche anwendbar.
Organisatorische Grundsätze des Qualitätsmanagements
Die organisatorische Ausrichtung der ISO 9000 basiert auf sieben fundamentalen Grundsätzen des Qualitätsmanagements:
- Kundenorientierung: Die oberste organisatorische Priorität liegt in der Erfüllung der Kundenanforderungen und dem Bestreben, Kundenerwartungen zu übertreffen.
- Führung (Leadership): Die oberste Führungsebene muss sich aktiv für das QMS einsetzen und die Qualitätsziele mit der strategischen Ausrichtung des Unternehmens in Einklang bringen.
- Einbeziehung von Personen: Die Kompetenz, Befugnis und das Engagement aller Mitarbeiter auf allen Ebenen sind für die Effizienz des QMS entscheidend.
- Prozessorientierter Ansatz: Die Erzielung konsistenter und vorhersehbarer Ergebnisse wird durch die Steuerung von Prozessen und deren Wechselwirkungen erreicht.
- Verbesserung: Die kontinuierliche Verbesserung der Prozesse und des QMS selbst ist eine dauerhafte organisatorische Zielsetzung.
- Faktengestützte Entscheidungsfindung: Entscheidungen basieren auf der Analyse und Bewertung von Daten und Informationen (technische Kennzahlen).
- Beziehungsmanagement: Die Pflege von Beziehungen zu relevanten interessierten Parteien, insbesondere Lieferanten, ist essenziell für nachhaltigen Erfolg.
Technische und Systematische Anforderungen (ISO 9001)
Die technische Umsetzung der Qualitätssicherung wird durch die prozessorientierten Anforderungen der ISO 9001 geregelt, die ebenfalls dem PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) folgen:
- Plan (Planen):
- Organisatorisch: Festlegung der Qualitätsziele und Planung der Prozesse.
- Technisch: Ermittlung des Kontexts der Organisation und der relevanten Risiken und Chancen (risikobasiertes Denken).
- Do (Ausführen):
- Organisatorisch: Bereitstellung von Ressourcen, Schulungen und die Erstellung der notwendigen dokumentierten Informationen (Verfahrensanweisungen, technische Spezifikationen).
- Technisch: Durchführung der geplanten Prozesse zur Herstellung von Produkten oder zur Erbringung von Dienstleistungen.
- Check (Überprüfen):
- Technisch: Messung, Überwachung und Analyse von Prozessen und Produkten (z.B. statistische Prozesskontrolle, Fehlerquoten).
- Organisatorisch: Durchführung interner Audits zur Überprüfung der Wirksamkeit und Konformität des QMS.
- Act (Handeln):
- Organisatorisch: Durchführung der Managementbewertung und Ergreifung von Korrekturmaßnahmen bei Abweichungen, um eine kontinuierliche Verbesserung zu erreichen.
Die Zertifizierung nach ISO 9001 signalisiert Kunden und Partnern weltweit die organisatorische und technische Fähigkeit eines Unternehmens, konstante Qualität zu liefern.
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