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HDSL

HDSL (High bit rate Digital Subscriber Line) ist eine der frühen digitalen Übertragungstechniken aus der DSL-Familie, die darauf ausgelegt war, hohe und symmetrische Datenraten über existierende Kupferdoppeladern zu ermöglichen. Die Hauptanwendung fand sich in der Bereitstellung von digitalen Standleitungen, um die teureren und komplexeren T1- (1,544 MBit/s) oder E1- (2,048 MBit/s) Schnittstellen über das lokale Telefonnetz zu ersetzen.

HDSL (High bit rate Digital Subscriber Line) – Ausführliche technische und organisatorische Aspekte

Die High bit rate Digital Subscriber Line (HDSL) wurde entwickelt, um eine effizientere und kostengünstigere Alternative zu dedizierten digitalen Standleitungen, insbesondere T-Carrier-Systemen in Nordamerika und E-Carrier-Systemen in Europa, zu bieten. Im Gegensatz zu ADSL ist HDSL eine symmetrische Übertragungstechnik, was bedeutet, dass die Datenraten für Upstream und Downstream identisch sind. Diese Symmetrie macht HDSL ideal für Geschäftsanwendungen, die einen hohen gleichzeitigen Datenaustausch in beide Richtungen erfordern.

Technische Implementierung und Symmetrie

Die technische Realisierung von HDSL basiert auf der Verwendung von Mehrfach-Kupferdoppeladern und speziellen Kodierungsverfahren, um die gewünschten hohen Datenraten über die physikalisch begrenzte Reichweite des Kupferkabels zu transportieren:

  • Symmetrische Übertragung: Der entscheidende technische Unterschied zu ADSL ist die gleichmäßige Aufteilung der Bandbreite zwischen Sende- und Empfangsrichtung. Dies wird oft durch die Nutzung von Zwei- oder Dreidrahtpaaren (2B1Q oder Coded Orthogonal Frequency Division Multiplexing, COFDM) erreicht, wobei jedes Paar einen Teil der Gesamtbandbreite symmetrisch überträgt.
  • Übertragungsstandard: HDSL wurde primär für die Übertragung der standardisierten Schnittstellengeschwindigkeiten der digitalen Hierarchie entwickelt: 1,544 MBit/s (T1) oder 2,048 MBit/s (E1). Dies ermöglicht die nahtlose Integration in bestehende Telekommunikationsnetze.
  • Reichweitenbeschränkung: Ähnlich wie alle DSL-Varianten ist die HDSL-Performance stark von der Entfernung zum Vermittlungszentrum abhängig. Um die hohen symmetrischen Raten zu erreichen, ist die maximale Reichweite ohne Repeater (Verstärker) deutlich geringer als bei ADSL, oft begrenzt auf etwa 3,7 Kilometer.
  • Kodierung: Die Daten werden unter Verwendung des Prinzips der PCM (Pulse Code Modulation) digitalisiert und dann unter Anwendung effizienter Leitungskodierungsverfahren (wie 2B1Q) über die Kupferleitung geschickt.

Organisatorische und Wirtschaftliche Bedeutung

Organisatorisch spielte HDSL eine wichtige Rolle bei der Digitalisierung der Geschäftskommunikation:

  • Kostenersparnis: HDSL ersetzte die Notwendigkeit, für die Einrichtung von T1/E1-Standleitungen aufwendige Repeater-Infrastrukturen oder teurere Glasfaserleitungen verlegen zu müssen. Es nutzte die vorhandene Standard-Telefonverkabelung, was die Installationskosten und die Bereitstellungszeit erheblich reduzierte.
  • Garantierte Dienstgüte (QoS): HDSL-Dienste wurden typischerweise mit höheren Service Level Agreements (SLAs) und garantierter Bandbreite angeboten, was für Unternehmen, die Echtzeitdienste wie VoIP oder Videokonferenzen nutzten, unerlässlich war.
  • Weiterentwicklung: Obwohl HDSL heute weitgehend durch fortschrittlichere und flexiblere symmetrische Verfahren wie SDSL (Symmetric DSL) und SHDSL (Single-Pair High-speed Digital Subscriber Line) ersetzt wurde, legte es den Grundstein für die symmetrische Breitbandbereitstellung über Kupfer. SHDSL verwendet beispielsweise nur ein einziges Kupferdoppeladerpaar, was die Installation weiter vereinfacht.



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