Acél
Dr. Acél & Partner AG
Persönlich und individuell
Rufen Sie uns an:
+41 44 447 20 66

GS1

GS1 ist eine führende globale Standardisierungsorganisation, die weltweit gültige Standards für die Identifikation, Erfassung und den Informationsaustausch in der Wertschöpfungskette entwickelt und pflegt. Die von GS1 etablierten Standards ermöglichen die eindeutige Kennzeichnung von Produkten, Standorten und logistischen Einheiten und sind die technologische Basis für effiziente und transparente Geschäftsprozesse.

GS1 – Ausführliche technische und organisatorische Aspekte der globalen Standardisierung

GS1 (ursprünglich eine Abkürzung für Global Standard One) ist eine neutrale, gemeinnützige Organisation, die weltweit anerkannte Standards für das Supply Chain Management etabliert. Ihre Mission ist es, die Effizienz, Sicherheit und Sichtbarkeit von Lieferketten über Branchengrenzen hinweg zu verbessern. Die Arbeit von GS1 konzentriert sich primär auf die Entwicklung und Verwaltung des GS1 Systems, das aus einer Reihe von Identifikationsschlüsseln, Datenträgern und elektronischen Kommunikationsstandards besteht.

Technische Grundlagen: Identifikationsschlüssel und Datenträger

Das technische Fundament von GS1 basiert auf den sogenannten GS1 Identifikationsschlüsseln, die eine eindeutige Kennzeichnung von Entitäten in der Lieferkette ermöglichen. Zu den wichtigsten Schlüsseln gehören:

  • GTIN (Global Trade Item Number): Der bekannteste Schlüssel zur eindeutigen Identifikation von Produkten (Handelsartikeln) weltweit. Er wird meist in Form des EAN/UPC-Barcodes auf Einzelhandelsprodukten verwendet.
  • GLN (Global Location Number): Zur eindeutigen Identifikation von physischen Standorten (z.B. Lagerhallen, Filialen) und juristischen Einheiten (Unternehmen).
  • SSCC (Serial Shipping Container Code): Zur eindeutigen Kennzeichnung von logistischen Einheiten wie Paletten und Containern für das Tracking und Tracing.
  • GRAI (Global Returnable Asset Identifier): Zur Kennzeichnung von Mehrweggebinden (z.B. Paletten, Kisten).

Diese Identifikationsschlüssel werden durch Datenträger (Barcodes und RFID-Tags) maschinenlesbar gemacht. Der am häufigsten verwendete lineare Barcode ist der GS1-128, der es ermöglicht, zusätzliche Informationen wie Chargennummer, Verfallsdatum und Seriennummer (Serialisierung) neben der GTIN zu kodieren. Der GS1 DataMatrix (ein 2D-Code) und GS1 RFID (EPC/Electronic Product Code) gewinnen zunehmend an Bedeutung, da sie eine höhere Datendichte und automatische Erfassung ohne Sichtkontakt ermöglichen.

Organisatorische Struktur und Anwendung

Organisatorisch ist GS1 als Netzwerk aufgebaut, bestehend aus der zentralen globalen Organisation GS1 Global Office und mehr als 115 lokalen GS1 Mitgliedsorganisationen (z.B. GS1 Germany, GS1 US), die die Standards in ihren jeweiligen Ländern implementieren und verwalten. Sie vergeben die GS1 Basisnummern, die Unternehmen benötigen, um eigene GTINs, SSCCs und GLNs zu generieren.

Die Standards sind branchenübergreifend anwendbar, mit besonders starker Präsenz in:

  • Handel und Konsumgüter (FMCG): Effizientes Kassieren und Lagerverwaltung.
  • Gesundheitswesen: Patientensicherheit und Rückverfolgbarkeit von Medikamenten und Medizinprodukten (UDI-Anforderungen).
  • Transport und Logistik: Automatisierter Informationsaustausch und Sendungsverfolgung.

Zusätzlich zu den Identifikationsstandards entwickelt GS1 elektronische Kommunikationsstandards, wie zum Beispiel GS1 XML und EPCIS (EPC Information Services), die es ermöglichen, Identifikationsdaten und Ereignisse in der Lieferkette strukturiert und interoperabel auszutauschen. Dies ist die Grundlage für Transparenz und die Digitalisierung der globalen Handelsbeziehungen.



zurück zur Übersicht