Acél
Dr. Acél & Partner AG
Persönlich und individuell
Rufen Sie uns an:
+41 44 447 20 66

Facility-Management

Das Facility-Management (FM) im Energiebereich ist eine umfassende organisatorische Strategie, die die langfristige Auslagerung von Energiedienstleistungen und dem gesamten technischen Gebäudemanagement (TGM) an einen externen Dienstleister, oft einen spezialisierten Energieversorger oder Contractor, bezeichnet. Ziel ist die Optimierung der Betriebskosten, die Sicherstellung der Verfügbarkeit und die Einhaltung aller technischen und gesetzlichen Vorschriften.

Facility-Management – Ausführliche technische und organisatorische Aspekte

Die Auslagerung des Facility-Managements ermöglicht es Unternehmen, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren, während die komplexen und kapitalintensiven Aufgaben der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) und der Energieversorgung von Spezialisten übernommen werden. Organisatorisch wird FM in der Regel durch langfristige Verträge geregelt, die klare Service Level Agreements (SLAs) bezüglich Verfügbarkeit, Kosten und Energieeffizienz definieren.

Technische Aufgabenbereiche des Facility-Managements

Das technische FM umfasst alle notwendigen Maßnahmen zur Gewährleistung der Funktionsfähigkeit und Effizienz der technischen Infrastruktur:

  • Technisches Gebäudemanagement (TGM):
    • Wartung und Instandhaltung: Durchführung aller präventiven und korrektiven Wartungsarbeiten an der gesamten TGA, inklusive Heizungs-, Lüftungs-, Klima- (HLK) und Sanitäranlagen. Dies sichert die technische Verfügbarkeit.
    • Störungsmanagement: Schnelle Reaktion und Behebung von technischen Störungen (Störungsdienst/Helpdesk) mit garantierten Reaktionszeiten gemäß SLA.
    • Inspektion und Dokumentation: Regelmäßige technische Inspektion zur Einhaltung gesetzlicher Normen und Betreiberpflichten, sowie Führung der kompletten technischen Dokumentation.
  • Energiemanagement (EM):
    • Energieeffizienz-Optimierung: Technische und organisatorische Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs (Strom, Wärme, Kälte), z.B. durch die Optimierung der DDC-Regelung oder den Einsatz effizienterer Komponenten (Pumpen, Beleuchtung).
    • Beschaffung und Handel: Organisatorische Übernahme der Energiebeschaffung (Stromeinkauf, Gas) am Markt, um optimale Konditionen zu erzielen.
    • Energie-Controlling: Kontinuierliches Monitoring, Analyse und Reporting des Energieverbrauchs zur transparenten Kostenkontrolle.

Organisatorische und Wirtschaftliche Aspekte

Die organisatorische Struktur des FM führt zu klaren Vorteilen und Herausforderungen für den Auftraggeber:

  • Risikotransfer: Der Contracting-Nehmer transferiert organisatorisch das Betriebs- und Funktionsrisiko (z.B. der HLK-Anlage) an den Facility-Manager, der oft auch die Haftung für die Einhaltung aller technischer Vorschriften (z.B. VDI-Richtlinien, BetrSichV) übernimmt.
  • Kostenstruktur: Die variablen, schwer planbaren Betriebskosten des Gebäudes werden in planbare, feste Servicegebühren umgewandelt. Dies erhöht die organisatorische Budgetsicherheit.
  • Personalressourcen: Das Unternehmen vermeidet den Aufbau und die Bindung von eigenem, hochspezialisiertem TGA-Wartungspersonal (Organisatorische Fokussierung auf das Kerngeschäft).
  • SLA und Performance: Der Vertrag definiert messbare Kennzahlen (Key Performance Indicators, KPIs), wie z.B. die Verfügbarkeit der Anlagen oder die garantierte Energieeinsparung (häufig in Anlehnung an Performance-Contracting). Die organisatorische Leistung des Dienstleisters wird transparent nach diesen KPIs beurteilt.



zurück zur Übersicht