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EAN/GTIN

Die GTIN (Global Trade Item Number), früher bekannt als EAN (Europäische Artikelnummer), ist ein weltweit überschneidungsfreies, numerisches Identifikationssystem, das zur eindeutigen Kennzeichnung von Artikeln, Produkten und Dienstleistungen entlang der gesamten Liefer- und Wertschöpfungskette dient. Sie bildet die technische Grundlage für die automatische Erfassung von Handelswaren an allen logistischen und kaufmännischen Schnittstellen.

EAN/GTIN – Ausführliche technische und organisatorische Aspekte

Die GTIN ist der internationale Standard für die Produktidentifikation, der von der globalen Standardisierungsorganisation GS1 verwaltet wird. Sie ist nicht nur eine beliebige Nummer, sondern folgt einer festen, logischen Struktur, die eine eindeutige Zuordnung des Produktes zum Hersteller ermöglicht. Ihre technische Struktur ist auf die automatische Erfassung mittels Barcodesystemen optimiert.

Technische Struktur und Codierung

Die GTIN existiert in verschiedenen Längen, wobei die GTIN-13 und die kürzere GTIN-8 die gängigsten Formate sind:

  • Struktur der GTIN-13: Die 13-stellige Nummer folgt einem klaren Aufbau:
    1. GS1-Basisnummer (Präfix): Identifiziert das Unternehmen, das die Nummer zugewiesen hat (in der Regel die ersten 7 bis 10 Stellen). Die ersten Ziffern kennzeichnen die Nationale GS1-Organisation, nicht das Herkunftsland des Produkts.
    2. Artikelnummer: Eindeutige Kennzeichnung des spezifischen Produkts des Unternehmens.
    3. Prüfziffer: Die letzte Ziffer, die mittels eines mathematischen Algorithmus (Modulo 10) aus den vorangehenden Ziffern berechnet wird, dient der technischen Fehlererkennung beim Scannen.
  • Barcode-Codierung: Die GTIN selbst ist die Nummer, die Codierung der Nummer in ein maschinenlesbares Format erfolgt meist über den EAN/UPC-Barcode oder den zweidimensionalen GS1 DataMatrix bzw. QR-Code. Diese Barcodes ermöglichen die schnelle, fehlerfreie Erfassung am Point of Sale (POS) und in der Logistik.
  • GTIN-14: Wird zur Kennzeichnung von Handelseinheiten wie Paletten oder Kartons verwendet, die mehrere Einzelprodukte enthalten.

Die Umbenennung von EAN in GTIN erfolgte im Rahmen der internationalen Harmonisierung der GS1-Standards, um eine weltweit einheitliche Terminologie zu schaffen, unabhängig von regionalen Bezeichnungen.

Organisatorische und Logistische Bedeutung

Die GTIN hat tiefgreifende organisatorische Auswirkungen auf Handel und Logistik:

  • Stammdatenmanagement: Die GTIN ist der Primärschlüssel für Produktstammdaten in den ERP- und Warenwirtschaftssystemen von Herstellern, Händlern und Logistikdienstleistern. Sie ermöglicht die eindeutige Zuordnung aller relevanten Informationen (Preis, Gewicht, Abmessungen, Inhaltsstoffe).
  • Automatisierung der Lieferkette: Organisatorisch ist die GTIN die Basis für die Automatisierung von Prozessen wie Lagerverwaltung, Kommissionierung, Inventur und Wareneingang. Die Kennzeichnung stellt sicher, dass das richtige Produkt zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist.
  • E-Commerce-Notwendigkeit: Im E-Commerce und auf Marktplätzen wie Amazon oder eBay ist die GTIN oft eine zwingende Anforderung für die Listung von Produkten. Sie ermöglicht die globale Produktidentifizierung und das einfache Anlegen von Produktkatalogen.
  • Kaufmännische Abwicklung: Die gescannte GTIN am POS löst automatisch den korrekten Preis und die Bestandsminderung aus, was die kaufmännische Abwicklung präziser und schneller macht.



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