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DSL

DSL (Digital Subscriber Line) ist eine Familie von Breitband-Übertragungstechnologien, die es ermöglicht, Hochgeschwindigkeitsdaten über die existierende Kupferdoppelader-Infrastruktur des traditionellen Telefonnetzes (PSTN) zu übertragen. DSL bildet die technologische Grundlage für schnelle Internetzugänge, indem es die Übertragungskapazität dieser „letzten Meile“ signifikant erhöht.

DSL (Digital Subscriber Line) – Ausführliche technische und organisatorische Aspekte

Die Digital Subscriber Line (DSL) stellt einen evolutionären Schritt von der schmalbandigen Modem- und ISDN-Technologie zu Breitband-Datenverbindungen dar. DSL-Verfahren nutzen die Frequenzbereiche auf der Kupferleitung, die für die analoge Sprachübertragung ungenutzt blieben, um Daten in deutlich höheren Geschwindigkeiten zu transportieren. Die Technologie ermöglicht eine gleichzeitige Nutzung von Telefonie und Datenübertragung auf derselben Leitung (Splitter-Verfahren).

Technische Varianten und Funktionsweise

DSL ist ein Sammelbegriff für verschiedene Techniken, die sich primär in der Symmetrie der Datenrate und der maximalen Reichweite unterscheiden. Alle Varianten nutzen spezielle DSL-Modems beim Endkunden und einen DSLAM (Digital Subscriber Line Access Multiplexer) in der Vermittlungsstelle des Providers zur Bündelung der Zugänge:

  • ADSL (Asymmetric DSL): Die bekannteste Variante mit einer höheren Downstream-Rate (bis zu 24 Mbit/s bei ADSL2+) als Upstream-Rate. Optimiert für den privaten Endkunden, der hauptsächlich Daten empfängt.
  • SDSL (Symmetric DSL): Bietet gleiche Upstream- und Downstream-Raten. Wird häufig von Geschäftskunden genutzt, die symmetrische Anforderungen (z.B. VPN-Verbindungen, Serverbetrieb) benötigen.
  • HDSL (High Bit Rate DSL): Eine frühe symmetrische Form, die oft zwei oder mehr Kupferdoppeladern zur Erreichung höherer Raten nutzte.
  • VDSL (Very High Speed DSL): Die aktuell schnellste DSL-Variologie. Durch die Verkürzung der Kupferleitung (Vectoring) kann VDSL Geschwindigkeiten im Downstream von über 250 Mbit/s erreichen.

Die technisch erreichbare Geschwindigkeit ist stark invers korreliert mit der Leitungslänge zwischen dem DSL-Modem und dem DSLAM. DSL-Verfahren erreichen ihre volle Leistung nur über vergleichsweise kurze Distanzen, typischerweise unter 5 Kilometern.

Organisatorische und Wirtschaftliche Bedeutung

Organisatorisch hatte die DSL-Einführung enorme Auswirkungen auf die Telekommunikationsmärkte:

  • Ausbau der Breitband-Infrastruktur: DSL ermöglichte eine schnelle und relativ kostengünstige Bereitstellung von Breitbandinternet, da es die bereits vorhandene Kupferinfrastruktur weiter nutzen konnte.
  • Entbündelung und Wettbewerb: Durch die regulatorische Verpflichtung zur Entbündelung der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) wurde es Wettbewerbern des ehemaligen Monopolisten ermöglicht, eigene DSLAMs in den Vermittlungsstellen zu betreiben. Dies führte zu intensivem Wettbewerb und einer deutlichen Senkung der Endkundenpreise.
  • Integrationsplattform: DSL dient als Basis für Triple-Play-Angebote, die neben Internet auch Voice-over-IP (VoIP) und IP-TV über eine einzige physische Leitung bündeln.

Obwohl moderne Glasfasertechnologien DSL in Ballungsräumen ablösen, bleibt DSL in weniger dicht besiedelten Gebieten, in denen die Glasfaserverlegung unwirtschaftlich ist, eine tragende Säule der Breitbandversorgung.



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