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Blocklager

Das Blocklager ist eine einfache, hochverdichtete Lagertechnik, bei der die Lagereinheiten (z.B. Paletten, Gitterboxen) direkt und übereinander gestapelt sowie hintereinander in Reihen (Blöcken) angeordnet werden, wodurch auf Regalsysteme weitestgehend verzichtet wird. Organisatorisch zeichnet sich diese Lagerform dadurch aus, dass die Wareneinheiten keinen direkten Zugriff (First-Access) auf jeden einzelnen Artikel erlauben, sondern ein Auslagern der vorderen Einheiten für den Zugriff auf dahinterliegende Artikel erforderlich ist.

Blocklager – Ausführliche technische und organisatorische Aspekte

Das Blocklager wird primär in der Lagerlogistik eingesetzt, wenn große Mengen homogener Artikel (Massenartikel) über einen längeren Zeitraum eingelagert werden müssen. Die technische Einfachheit der Lagerung führt zu einer maximalen Flächen- und Raumausnutzung bei gleichzeitig geringen Investitionskosten für die Lagerinfrastruktur. Die Herausforderung liegt jedoch in der Einhaltung der Lagerstrategie und der Organisation des Materialflusses.

Technische Ausführung und Stapeltechnik

Die technische Gestaltung des Blocklagers ist auf die physischen Eigenschaften der Wareneinheiten angewiesen:

  • Direktes Stapeln: Die Lagereinheiten müssen stapelbar und druckfest sein. Das Stapeln erfolgt direkt ohne Zwischenböden, wobei die Last der oberen Einheit vollständig von der darunterliegenden getragen werden muss. Dies schränkt die nutzbaren Artikelarten ein (ungeeignet für empfindliche oder zerbrechliche Güter).
  • Blockbildung: Die Waren werden in Rechteck- oder Quadratblöcken angeordnet. Die Tiefe eines Blocks (Anzahl der Paletten hintereinander) ist technisch begrenzt durch die Staplertechnik und organisatorisch durch die Toleranz für den indirekten Zugriff.
  • Flächenausnutzung: Das Blocklager erreicht technisch die höchste Volumenausnutzung pro Quadratmeter Lagerfläche, da keine Stellflächen für Regalsysteme oder Gassen benötigt werden (bis zu 90% Flächeneffizienz).
  • Technische Einschränkung: Um Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten, ist die Stapelhöhe (Anzahl der Paletten übereinander) durch die Tragfähigkeit der untersten Palette und die Hubhöhe der Flurförderzeuge begrenzt.

Organisatorische und Logistische Aspekte

Die Organisation des Blocklagers wird maßgeblich von der Lagerstrategie bestimmt:

  • Lagerstrategie LIFO oder FIFO: Aufgrund des fehlenden Direktzugriffs ist das Blocklager primär für die LIFO-Strategie (Last In, First Out) geeignet, bei der die zuletzt eingelagerte Ware zuerst wieder entnommen wird.
    • Die Anwendung der FIFO-Strategie (First In, First Out), die für verderbliche oder veraltende Artikel notwendig ist, erfordert technisch und organisatorisch, dass Blöcke nur eine geringe Tiefe aufweisen und die Gassen beidseitig zugänglich sind (Durchfahrblocklager), was die Flächeneffizienz reduziert.
  • Zugriffsineffizienz: Die Haupt-Logistikschwierigkeit liegt im indirekten Zugriff. Um an eine mittlere oder hintere Palette zu gelangen, müssen vorgelagerte Paletten temporär ausgelagert werden. Dies führt zu zusätzlichem Handling-Aufwand und längeren Auslagerzeiten.
  • Organisatorischer Einsatzbereich: Das Blocklager ist organisatorisch ideal für Pufferlager, für Saisonartikel mit hohem Umschlag (kurz vor der Auslieferung) oder für Rohstoffe und Komponenten, die in großen Losgrößen verarbeitet werden.
  • Kontrolle: Die Übersicht über die eingelagerten Artikel ist schwieriger als im Regallager. Eine strikte Block- und Artikeltrennung sowie die klare Kennzeichnung der Blöcke sind organisatorisch notwendig, um die Artikel eindeutig lokalisieren und identifizieren zu können.



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