Acél
Dr. Acél & Partner AG
Persönlich und individuell
Rufen Sie uns an:
+41 44 447 20 66

Bestellmenge

Die Bestellmenge ist eine spezifische, entweder individuell festgelegte oder durch vordefinierte **Bewirtschaftungsregeln** (z.B. in der **Materialwirtschaft**) ermittelte Quantität eines Artikels (Rohstoff, Handelsware oder Komponente), die bei Erreichen eines bestimmten Lagerbestands (Meldebestand) extern oder intern nachgefordert und beschafft werden muss, um die kontinuierliche und effiziente Aufrechterhaltung des Produktions- oder Absatzprogramms zu gewährleisten.

Technische und Methodische Aspekte der Bestellmengenplanung

Die technische Bestimmung der optimalen Bestellmenge ist eine zentrale Aufgabe des operativen **Controlling** und der Logistik, die darauf abzielt, die Summe aus Bestellkosten und Lagerhaltungskosten zu minimieren.

  • Optimale Bestellmenge (EOQ): Das klassische, technische Ziel ist die Ermittlung der sogenannten **Economic Order Quantity (EOQ)**. Diese Menge minimiert die Gesamtkosten. Die Formel zur Berechnung der EOQ berücksichtigt:
    • Jährlicher Bedarf des Artikels.
    • Fixe Kosten pro Bestellung (Bestellkosten).
    • Lagerhaltungskostensatz (z.B. Zinsen für gebundenes **Kapitalbedarf**, Versicherung, Lagerraumkosten).
  • Bestellpunktsystem: Hier wird die Bestellmenge technisch auf einer festgelegten Höhe gehalten und erst ausgelöst, wenn der Lagerbestand den Meldebestand erreicht. Die Höhe der Bestellmenge ist dabei konstant.
  • Bestellrhythmussystem: Bei diesem System wird in festen Zeitintervallen bestellt, wobei die Bestellmenge technisch variabel ist und die Differenz zwischen dem aktuellen Lagerbestand und dem Soll-Höchstbestand deckt.
  • Technische Kapazität: Die festgelegte Bestellmenge muss technisch mit der Lagerkapazität und den Transporteinheiten (z.B. volle LKW-Ladung) der **Infrastruktur** kompatibel sein, um die Logistikkosten zu minimieren.
  • Sicherheitsbestand: Die Bestellmenge muss die geplante Nutzung des Sicherheitsbestandes berücksichtigen, welcher zur Abdeckung unvorhergesehener Nachfragespitzen oder Lieferverzögerungen dient (Minimierung **potenzieller Probleme**).

Die technische Optimierung der Bestellmenge ist entscheidend für die Senkung der **Gesamtkosten**.

Organisatorische und Ökonomische Aspekte

Auf der organisatorischen Ebene beeinflusst die Bestellmenge die gesamte **Liquiditätsplanung**, die **Kapitalbedarfsrechnung** und die Beziehungen zu den Lieferanten.

  • Kapitalbindung: Eine hohe Bestellmenge bindet mehr **Kapitalbedarf** (Umlaufvermögen) im Lagerbestand (höherer **Neuwert**), was die **Liquiditätsplanung** belastet und die verfügbaren **Eigenmittel** für andere **Investitionen** reduziert. Organisatorisch muss das **Controlling** hier einen optimalen Kompromiss finden.
  • Verhandlungsbasis: Größere, aber weniger häufige Bestellmengen können zu attraktiveren Konditionen bei Lieferanten führen (z.B. bessere **Rabatte** oder **Skonti**), was sich positiv auf den **Nettoumsatz** des Unternehmens auswirkt.
  • Risikominimierung: Eine zu geringe Bestellmenge erhöht die **Eintretenswahrscheinlichkeit** von Fehlbeständen (Out-of-Stock), die zu Produktionsstopps oder entgangenem **Bruttoumsatz** führen. Die Bestellmengenplanung ist somit ein Instrument des Risikomanagements.
  • Organisatorische Verantwortung: Die Festlegung und Überwachung der Bestellmenge liegt oft in der **organisatorischen Verantwortung** der Einkaufsabteilung in Abstimmung mit der Lagerverwaltung und der Produktionsplanung (zur Einhaltung des **Produktions- und Absatzprogramms**).

Die Bestellmenge ist somit eine kritische Größe zur effizienten Steuerung der Beschaffung und der Kapitalbindung im Lager.



zurück zur Übersicht