Acél
Dr. Acél & Partner AG
Persönlich und individuell
Rufen Sie uns an:
+41 44 447 20 66

Beschaffungslogistik

Die Beschaffungslogistik ist der Teilbereich der Unternehmenslogistik, der die Gesamtheit aller logistischen Aufgaben, Prozesse und Maßnahmen zur Planung, Steuerung und Durchführung des Material- und Warenflusses vom Lieferanten bis zum Wareneingang des eigenen Unternehmens umfasst. Ihr strategisches Ziel ist die terminsynchrone, qualitätsgesicherte und kosteneffiziente Versorgung der Produktion oder des Handels mit den benötigten Betriebs- und Hilfsstoffen sowie Komponenten.

Organisatorische Aspekte und Kernprozesse

Organisatorisch bildet die Beschaffungslogistik die Schnittstelle zwischen dem Einkauf und der Produktionslogistik und ist entscheidend für die Zuverlässigkeit der gesamten Supply Chain und die Einhaltung der Produktionspläne.

  • Bedarfsermittlung und Disposition: Die logistische Aufgabe beginnt mit der mengen- und termingerechten Ermittlung des Materialbedarfs (z.B. durch ERP-Systeme). Hierbei muss zwischen Primär-, Sekundär- und Tertiärbedarf unterschieden werden. Die Disposition leitet die Bestellung aus.
  • Transportorganisation: Die Auswahl und Steuerung des Transportmittels und des Frachtführers (oder Verfrachters) zur Überbrückung der Distanz vom Lieferanten zum eigenen Wareneingang ist zentral. Dies schließt die Entscheidung über Sammelgutverkehr oder Direktverkehr ein.
  • Zeitfenster-Management: Organisatorisch müssen die Anlieferzeiten beim Wareneingang mit den Lieferanten koordiniert werden (Zeitfenstermanagement), um Staus an den Laderampen und unnötige Standzeiten zu vermeiden.
  • Strategische Verfahren: Zur Reduzierung der Lagerbestände und der Kapitalbindung kommen organisatorische Konzepte wie Just-in-Time (JIT) und in sequenzieller Steigerung das Just-in-Sequence (JIS) zum Einsatz, welche höchste Anforderungen an die Transportzuverlässigkeit stellen.
  • Dokumentenmanagement: Die logistische Abwicklung umfasst die korrekte Handhabung von Warenbegleitpapieren (Lieferscheine, Konnossemente, Ursprungszeugnisse) sowie die Einhaltung von Zoll- und Compliance-Vorschriften bei internationalen Beschaffungen.

Technische Aspekte und Informationstechnologie

Technisch wird die Beschaffungslogistik durch eine leistungsfähige IT-Infrastruktur gestützt, die den Informationsfluss mit dem Materialfluss synchronisiert und Echtzeit-Transparenz schafft.

  • ERP-Systeme: Das Enterprise Resource Planning (ERP)-System dient als primäre technische Plattform zur Bedarfsplanung, Bestellauslösung und zur Überwachung der Bestellparameter (Bestellmenge, Wiederbeschaffungszeit).
  • Tracking & Tracing: Der Einsatz von Telematik (GPS) und Identifikationstechnologien (Barcodes, RFID) ermöglicht das Tracking & Tracing der Sendung vom Lieferanten bis zum Wareneingang. Dies liefert technische Daten zur voraussichtlichen Ankunftszeit (ETA - Estimated Time of Arrival).
  • EDI (Electronic Data Interchange): Die technische Voraussetzung für eine automatisierte Beschaffung (z.B. bei JIT) ist der standardisierte, elektronische Datenaustausch (EDIFACT) zwischen dem Unternehmen und dem Lieferanten (z.B. für Bestellungen, Bestellbestätigungen und Lieferavise).
  • Wareneingangskontrolle: Am Ende des Prozesses steht die technische Wareneingangskontrolle, bei der Menge, Qualität und die korrekte Ladeeinheit (z.B. Palette, Behälter) geprüft und die Buchung in das Lagerverwaltungssystem (LVS) ausgelöst wird.

Die Beschaffungslogistik ist der strategische Startpunkt der unternehmensinternen Wertschöpfung.



zurück zur Übersicht