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Benchmarking

Benchmarking ist ein systematischer, kontinuierlicher Prozess der Leistungs- und Effizienzmessung, bei dem ein Unternehmen die eigenen Geschäftsprozesse, Produkte oder Dienstleistungen mit denen der Best-Practice-Unternehmen (Wettbewerber oder branchenfremde Spitzenreiter) vergleicht. In der Logistik dient es spezifisch der Standortbestimmung der eigenen Logistik-Performance anhand von Kennzahlen.

Organisatorische Aspekte und Vorgehensweise

Organisatorisch ist Benchmarking ein mehrstufiges, strategisches Managementinstrument, das darauf abzielt, die Performance-Lücke zu identifizieren und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess (Kaizen) in Gang zu setzen.

  • Zielsetzung und Partnerwahl: Die erste organisatorische Phase umfasst die Definition der Zielbereiche (z.B. TUL-Prozesse, Bestandsmanagement) und die Auswahl geeigneter Benchmarking-Partner. Man unterscheidet:
    • Internes Benchmarking: Vergleich zwischen verschiedenen Abteilungen oder Standorten desselben Unternehmens (z.B. Vergleich der Umschlagleistung verschiedener Lager).
    • Externes Benchmarking (Wettbewerbs- oder funktionales Benchmarking): Vergleich mit direkten Wettbewerbern oder branchenfremden Unternehmen, die in einem spezifischen Prozess exzellent sind.
  • Datenerhebung und -harmonisierung: Organisatorisch ist die Sicherstellung der Datenkonsistenz und Vergleichbarkeit die größte Herausforderung. Es muss eine methodisch einheitliche Erfassung der Kennzahlen über alle Partner hinweg gewährleistet sein. Hierbei werden oft neutrale Organisationen als Moderatoren eingesetzt, um die Anonymität zu wahren.
  • Analyse und Zielfindung: Die ermittelten Performance-Lücken werden analysiert. Anschließend werden Leistungsziele (Benchmarks) definiert, die realistisch erreichbar sind, aber über die aktuelle eigene Performance hinausgehen.
  • Implementierung und Monitoring: Die identifizierten Best-Practice-Methoden der Partner werden auf die eigenen Prozesse adaptiert und implementiert. Der Prozess endet nicht, sondern erfordert ein kontinuierliches Monitoring und eine regelmäßige Wiederholung der Messung.

Technische Aspekte und Kennzahlen

Technisch stützt sich das Benchmarking auf eine präzise Messung definierter technischer und ökonomischer Kennzahlen (Key Performance Indicators, KPIs), die die Effizienz der logistischen Prozesse quantifizieren.

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  • Logistische Kennzahlen (KPIs): Die Vergleichbarkeit basiert auf Kennzahlen, die technischen Sachverhalte abbilden:
    • Kosten-KPIs: Transportkosten pro Einheit, Lagerkosten pro Quadratmeter oder pro Behälter.
    • Zeit-KPIs: Durchlaufzeit der Bestellung, Lieferzeit (Lead Time), Standzeiten im Transitterminal.
    • Effizienz-KPIs: Umschlagshäufigkeit (Turn Rate), Umschlagleistung (Picks pro Stunde), Auslastung der Transportmittel.
    • Qualitäts-KPIs: Liefertreue, Transportschäden-Quote, Bestandsgenauigkeit.
  • Systemunterstützung: Der gesamte Prozess wird technisch durch Business-Intelligence (BI)-Tools und spezialisierte Benchmarking-Software unterstützt, welche die heterogenen Daten aus ERP-Systemen, Lagerverwaltungssystemen (LVS) und Transport-Management-Systemen (TMS) aggregieren, normalisieren und visualisieren.
  • Datenstandardisierung: Die technische Herausforderung liegt oft darin, die in unterschiedlichen Systemen geführten Daten auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen (z.B. Kostenstellen-Standardisierung), um eine mathematisch korrekte Berechnung der Verhältniszahlen zu ermöglichen.

Benchmarking transformiert die Erkenntnis über die eigene Position in konkrete, datengestützte Handlungsanweisungen zur Effizienzsteigerung.



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