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Belastungsorientierte Auftragsfreigabe (BOA)

Die belastungsorientierte Auftragsfreigabe (BOA) ist ein Verfahren der Fertigungssteuerung, das sowohl technische als auch organisatorische Aspekte der Produktionsplanung berücksichtigt. Ziel ist es, Fertigungsaufträge so freizugeben, dass vorhandene Kapazitäten effizient genutzt und Durchlaufzeiten optimiert werden.

Grundprinzip der BOA

Das Grundprinzip der belastungsorientierten Auftragsfreigabe besteht darin, die Verfügbarkeit von Kapazitäten als zentrales Kriterium für die Freigabe von Fertigungsaufträgen heranzuziehen. Dabei wird sichergestellt, dass nur solche Aufträge in den Produktionsprozess gelangen, die ohne Überlastungen oder Engpässe realisiert werden können. Dies verhindert, dass die Werkstatt unnötig mit Aufträgen überlastet wird, was sonst zu Verzögerungen, erhöhten Beständen und ineffizienten Abläufen führen würde.

Technische Aspekte

Auf technischer Ebene überprüft die BOA zunächst die Dringlichkeit und Priorität der vorhandenen Fertigungsaufträge. Anschließend wird für die als relevant eingestuften Aufträge eine Belastungsprüfung durchgeführt. Dabei werden die benötigten Maschinen- und Personalkapazitäten mit den aktuell verfügbaren Ressourcen abgeglichen. Moderne Produktionsplanungs- und Steuerungssysteme (PPS) greifen hierfür auf Echtzeitdaten zurück, um eine möglichst präzise Kapazitätsbewertung vorzunehmen. So wird sichergestellt, dass freigegebene Aufträge technisch realisierbar sind, ohne dass es zu Engpässen in kritischen Arbeitsbereichen kommt.

Organisatorische Aspekte

Neben der technischen Prüfung spielt auch die organisatorische Gestaltung eine zentrale Rolle. Die BOA legt fest, nach welchen Kriterien Aufträge priorisiert und freigegeben werden. Dies umfasst unter anderem Liefertermine, Kundenanforderungen sowie strategische Unternehmensziele. Ein weiterer organisatorischer Aspekt ist die Transparenz: Durch eine klar strukturierte Auftragsfreigabe können Fertigungsmitarbeiter jederzeit nachvollziehen, warum bestimmte Aufträge priorisiert und andere zurückgestellt werden. Dies erhöht die Planungssicherheit, verbessert die Kommunikation zwischen Abteilungen und trägt zu einer gleichmäßigen Auslastung der Produktionsbereiche bei.

Nutzen der BOA

Die belastungsorientierte Auftragsfreigabe unterstützt Unternehmen dabei, ihre Produktionsprozesse effizienter und stabiler zu gestalten. Sie reduziert Wartezeiten und Bestände, verringert Durchlaufzeiten und steigert die Termintreue. Insgesamt trägt die BOA dazu bei, die Produktionsplanung sowohl technisch machbar als auch organisatorisch sinnvoll auszurichten.



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