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Behälterregal

Ein Behälterregal ist ein spezialisiertes Lagersystem, das explizit für die Lagerung standardisierter Behälter (wie Kunststoffkästen, Wannen oder Trays) konzipiert und bezüglich seiner Abmessungen, Fachlasten und Einheitenformen exakt auf die Größe und Form dieser Behälter ausgelegt wurde. Es dient primär der übersichtlichen und platzsparenden Kleinteilelagerung.

Technische Aspekte des Behälterregals

Die technische Charakteristik des Behälterregals liegt in seiner modularen Bauweise und der Präzision, mit der es auf die Maße der Lagerbehälter abgestimmt ist. Dies ermöglicht eine hohe Packungsdichte und Effizienz bei der Lagerhaltung.

  • Modulare Bauweise und Dimensionierung: Das Regal ist in der Regel als Fachbodenregal oder Einschubregal (z.B. für Behälter mit Rollen) ausgeführt. Die lichte Weite der Fächer, die Tiefe und die Höhe der einzelnen Ebenen sind in einem Modulraster so dimensioniert, dass sie die standardisierten Behälter ohne verschenkten Raum aufnehmen. Gängige Behälterstandards sind z.B. Eurokästen (mit Grundmaßen, die sich am Europalettenmaß orientieren).
  • Tragfähigkeit und Fachlast: Die zulässige Fachlast muss auf die maximale Beladung der spezifischen Behälter ausgelegt sein, wobei oft eine höhere Dichte als bei Palettenregalen auftritt. Die Regalständer und Traversen sind so konstruiert, dass sie die konzentrierte Last sicher aufnehmen.
  • Automatisierungskompatibilität: Behälterregale sind die Grundlage für hochautomatisierte Lagerstrukturen. Im automatischen Kleinteilelager (AKL) werden die Behälter von Regalbediengeräten (RBG) bewegt. Hier ist die exakte Einhaltung der Toleranzen in der Regalbreite und -tiefe technisch entscheidend, um die reibungslose Ein- und Auslagerung zu gewährleisten.
  • Entnahmetechnik: Bei dynamischen Systemen (z.B. Durchlaufregale) werden die Behälter auf leicht geneigten Rollenbahnen oder Röllchenleisten gelagert. Die Behälter werden an der Entnahmeseite (Pick-Front) entnommen, während neue Behälter auf der Beschickungsseite (Replenishment-Side) eingeschoben werden (First-In-First-Out, FIFO-Prinzip).

Organisatorische Aspekte und Einsatzbereiche

Organisatorisch ist das Behälterregal darauf ausgerichtet, die Kommissionierung von Kleinteilen zu optimieren, die Lagerfläche effizient zu nutzen und die Übersichtlichkeit der Bestände zu erhöhen.

  • Lagerorganisation (Kleinteile): Die Organisation der Lagerplätze erfolgt meist nach dem Prinzip der chaotischen Lagerhaltung oder der ABC-Analyse, wobei der Zugriff auf die standardisierten Behälter jederzeit gewährleistet sein muss. Die Behälter selbst dienen als Transporteinheiten innerhalb des Lagers (z.B. zu Kommissionierstationen).
  • Bestandsgenauigkeit: Da jedes Fach in der Regel einem Behälter und damit einem Lagerplatz zugeordnet ist, ermöglicht das Behälterregal eine hohe Bestandsgenauigkeit. Das Lagerverwaltungssystem (LVS) verbucht die Bestände oft direkt auf Ebene des Behälterstellplatzes.
  • Kommissionierleistung: Im manuellen Bereich verbessert die klar strukturierte Anordnung in Behälterregalen die Kommissionierleistung durch kürzere Suchzeiten und ergonomisch optimierte Griffhöhen. Im automatischen Betrieb ist die hohe Dichte des AKL-Behälterregals der Schlüssel zu sehr hohen Pick-Raten.
  • Anwendungsbereiche: Behälterregale sind unverzichtbar in der Ersatzteillogistik, in der Fertigung (z.B. Bereitstellung von Komponenten nach dem Kanban-Prinzip) und im E-Commerce für die Lagerung und das schnelle Picken von Kleinteilen und Zubehör.



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