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Anlagenbau/Systemgeschäft Sibos

Der Begriff Anlagenbau/Systemgeschäft im Kontext der Sibos Gruppe beschreibt das Kerngeschäft der Entwicklung und schlüsselfertigen Realisierung von hochkomplexen, kundenspezifischen Produktions- und Montageautomaten. Diese Anlagen sind darauf ausgelegt, die maschinelle Fertigung, Montage und umfassende Prüfung von einzelnen Teilen sowie ganzen Baugruppen mit höchsten Anforderungen an Präzision, Qualität und Durchsatz zu automatisieren.

Anlagenbau/Systemgeschäft Sibos – Ausführliche technische und organisatorische Aspekte

Das Systemgeschäft von Sibos fokussiert auf die Mechatronik und die Realisierung von Sondermaschinenbau-Projekten. Es handelt sich um ein auftragsbezogenes Engineering-Geschäft, das die spezifischen Fertigungsbedürfnisse der Kunden, insbesondere in hochregulierten Branchen wie der Medizintechnik, der Automobilzulieferindustrie oder der Elektronik, adressiert. Die gelieferten Anlagen stellen in der Regel einen kritischen Engpass in der Massenproduktion dar, weshalb technische Zuverlässigkeit und höchste Verfügbarkeit (OEE) zwingend erforderlich sind.

Technische Integration und Automatisierungsmodule

Die Anlagen sind technisch hochkomplexe Systeme, die verschiedene Module und Technologien integrieren, um einen vollständig automatisierten Prozess zu gewährleisten:

  • Präzisions-Handlingsysteme: Für die schnelle und genaue Positionierung kleiner Teile werden fortschrittliche Robotiksysteme (z.B. Scara, 6-Achs-Roboter) und hochdynamische Linearmotoren eingesetzt. Die technische Herausforderung liegt in der Mikro-Montage mit Toleranzen im Mikrometerbereich.
  • Verbindungstechnologien: Die Automaten integrieren verschiedene technische Füge- und Verbindungsprozesse, wie z.B. Laserschweißen, Ultraschallschweißen, Kleben, Dosieren, Schrauben oder Einpressen, die präzise auf die Materialpaarungen und die Produktgeometrie abgestimmt sind.
  • Integriertes Prüf- und Messwesen: Ein Kernaspekt ist die 100%-Prüfung der gefertigten Teile oder Baugruppen. Technisch werden berührungslose optische Systeme (Kamerasysteme, Bildverarbeitung) zur Qualitätskontrolle, Kraft-Weg-Messungen bei Fügeprozessen und elektrische Funktionsprüfungen integriert. Die erfassten Messdaten müssen den Nachweis der Produktkonformität erbringen.
  • Flexible Zuführungstechnik: Um die Automaten mit Bauteilen zu versorgen, werden komplexe Zuführsysteme eingesetzt, von Schwingförderern bis hin zu kamerabasierten Depalettierlösungen (Pick-and-Place), die eine hohe Taktzeit ermöglichen.

Organisatorische und Qualitätsmanagement-Aspekte

Organisatorisch ist das Systemgeschäft durch strenge Prozesse und eine intensive Kundenkooperation gekennzeichnet:

  • Projektorientierte Abwicklung: Jede Anlage ist ein einzigartiges Projekt. Die organisatorische Abwicklung erfolgt in dedizierten, interdisziplinären Projektteams. Die Phasen umfassen Machbarkeitsstudien, detailliertes Engineering, Konstruktion, Bau, Inbetriebnahme (Commissioning) und Abnahme.
  • Qualitäts- und Validierungsanforderungen: Insbesondere in der Medizintechnik und Automotive-Sicherheit ist die Validierung der Anlage organisatorisch zwingend. Es müssen umfangreiche Dokumentationen (z.B. FMEA, Design Qualification (DQ), Operational Qualification (OQ)) erstellt werden, die belegen, dass die Anlage die Spezifikationen zuverlässig und reproduzierbar erfüllt.
  • Software-Governance und Traceability: Die Steuerungssoftware muss organisatorisch so gestaltet sein, dass sie alle Prozessparameter lückenlos erfasst, speichert und die Rückverfolgbarkeit (Traceability) jeder gefertigten Baugruppe bis zum verwendeten Rohmaterial ermöglicht. Dies ist eine technische und organisatorische Anforderung, die oft durch eine Anbindung an das kundenseitige Manufacturing Execution System (MES) erfüllt wird.
  • Wartung und Service: Die organisatorische Bereitstellung von globalem Service und Support ist kritisch, da ein Ausfall der Anlage sofort zum Stillstand der Kundenproduktion führt. Daher sind Fernwartungslösungen und garantierte Ersatzteilverfügbarkeiten wesentliche Vertragsbestandteile.



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