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Anlagenbau/Systemgeschäft Komax

Der Begriff Anlagenbau/Systemgeschäft im Kontext der Komax Gruppe bezieht sich auf die Entwicklung, Konstruktion und schlüsselfertige Lieferung von hochkomplexen, kundenspezifischen Fertigungslösungen, die über standardisierte Einzelmaschinen hinausgehen, insbesondere für die vollautomatische Bestückung von Gehäusen und die Herstellung ganzer Kabelbäume für die Automobil-, Industrie- und Luftfahrtbranche.

Anlagenbau/Systemgeschäft Komax – Ausführliche technische und organisatorische Aspekte

Das Systemgeschäft von Komax adressiert die höchsten Integrationsstufen in der Kabelverarbeitung und geht von der reinen Kabelbearbeitung (Ablängen, Abisolieren, Crimpen) zur vollständigen Automatisierung des Endproduktzusammenbaus über. Es handelt sich um ein Projektgeschäft, das eine enge organisatorische und technische Zusammenarbeit mit dem Kunden erfordert, um eine auf dessen Produktionsprozesse optimal abgestimmte, hochverfügbare Anlage zu liefern.

Technische Komplexität und Module

Die Anlagen im Systemgeschäft sind technisch hochkomplex, da sie mehrere, oft unterschiedliche Technologien integrieren müssen:

  • Vollautomatisierte Prozessintegration: Die Anlagen integrieren nacheinander oder parallel ablaufende, automatisierte Prozessschritte:
    • Kabelvorverarbeitung: Ablängen, Abisolieren, Crimpen (Anbringen von Kontakten).
    • Montage von Sekundärteilen: Einsetzen von Tüllen, Dichtungen oder Sicherungen.
    • Komponentenbestückung: Das Einschieben der vorbereiteten Litzen in Steckergehäuse oder die Montage von Kabeln in komplexe Bauteile.
    • Endprüfung: Optische Prüfung der Bestückung, elektrische Funktionsprüfung und Kraftmessung der Crimpverbindungen.
  • Handlings- und Robotiksysteme: Die technische Hauptaufgabe ist die präzise und schnelle Bewegung der Kabel und Stecker. Hierzu werden Industrieroboter, kartesische Achsen und spezifische Greifsysteme eingesetzt, die auf die unterschiedlichen Geometrien und Gewichte der Komponenten abgestimmt sind.
  • Software und Steuerung: Das Herzstück ist die zentrale Steuerung (SPS/IPC) und die übergeordnete Fertigungssoftware. Sie muss die Prozessdaten aller integrierten Stationen verwalten, die Produktionsreihenfolge steuern und die Rückverfolgbarkeit (Traceability) der gefertigten Kabelbäume gewährleisten. Die Kommunikation mit dem kundeneigenen MES/ERP-System ist technisch zwingend.

Organisatorische und Projektmanagement-Aspekte

Das Systemgeschäft erfordert eine spezifische organisatorische Abwicklung, die sich vom Standard-Maschinengeschäft unterscheidet:

  • Kundenspezifische Entwicklung: Jede Anlage ist ein Unikat. Die organisatorische Phase beginnt mit einer detaillierten Anforderungsanalyse und einem Konzept-Engineering in enger Abstimmung mit dem Kunden.
  • Projektmanagement: Die Anlagen werden in dedizierten, mehrjährigen Projektteams (bestehend aus Konstrukteuren, Automatisierungstechnikern, Softwareentwicklern und Projektleitern) abgewickelt. Der Fokus liegt auf der Einhaltung von Meilensteinen, Kosten und der Performance-Garantie der fertigen Anlage.
  • Schlüsselfertige Übergabe (Turn-Key): Die organisatorische Leistung umfasst nicht nur die Konstruktion und den Bau am Komax-Standort, sondern auch die Installation, die Inbetriebnahme, die Abnahme (Factory Acceptance Test, FAT; Site Acceptance Test, SAT) und die Schulung des Kundenpersonals vor Ort.
  • Service und Verfügbarkeit: Angesichts der hohen Investitionskosten und der kritischen Rolle dieser Anlagen im Produktionsprozess des Kunden, sind organisatorische Serviceverträge mit garantierten Reaktionszeiten und Verfügbarkeitskennzahlen (OEE) essenziell.



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