ADSL
ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line) ist eine digitale Übertragungstechnik, die über herkömmliche Kupfer-Telefonleitungen (Twisted Pair) deutlich höhere Bandbreiten als analoge Modems ermöglicht, wobei die Datenrate für den Downstream (zum Nutzer) bewusst wesentlich höher ist als für den Upstream (vom Nutzer zum Netz). Es handelt sich um eine der ersten und weit verbreitetsten Technologien zur Bereitstellung von Breitband-Internetzugängen.
ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line) – Ausführliche technische und organisatorische Aspekte
ADSL ist eine Schlüsseltechnologie aus der Familie der Digital Subscriber Line (DSL)-Verfahren und nutzt Frequenzbereiche auf der Kupfer-Doppelader des Teilnehmeranschlusses, die oberhalb des Frequenzspektrums für die klassische analoge Telefonie liegen. Dies ermöglicht es, sowohl zu telefonieren als auch gleichzeitig eine schnelle Datenverbindung auf derselben Leitung zu nutzen (Shared Line). Die Asymmetrie in der Datenrate ist das definierende Merkmal und wurde konzipiert, um dem typischen Nutzungsverhalten von Heimanwendern gerecht zu werden, die hauptsächlich Daten aus dem Internet empfangen (Downstream) und nur geringe Mengen hochladen (Upstream).
Technische Funktionsweise und Asymmetrie
Die Funktionsweise von ADSL basiert auf komplexen Modulationsverfahren wie DMT (Discrete Multitone), die das verfügbare Frequenzspektrum in zahlreiche schmale Unterkanäle zerlegen. Jeder dieser Kanäle wird separat auf Übertragungsqualität geprüft und zur Datenübertragung genutzt, wobei die Kapazität eines jeden Kanals kontinuierlich an die Leitungsqualität angepasst wird.
- Frequenzband-Allokation: Das ADSL-Spektrum wird in drei Bereiche unterteilt:
- 0–4 kHz: Analoge Telefonie (POTS).
- Oberhalb von 4 kHz: Upstream- und Downstream-Datenverkehr.
- Die Asymmetrie: Technisch wird die Asymmetrie dadurch erreicht, dass dem Downstream-Kanal ein weitaus größerer Frequenzbereich und somit eine höhere Anzahl an Unterkanälen zugewiesen wird als dem Upstream-Kanal. Frühe ADSL-Versionen (ADSL1) erreichten Downstream-Raten von bis zu 8 Mbit/s und Upstream-Raten von bis zu 1 Mbit/s. Spätere Standards wie ADSL2+ steigerten die Downstream-Kapazität auf bis zu 24 Mbit/s.
- Einfluss der Leitungslänge: Die maximal erreichbare Datenrate ist technisch stark von der Länge und der Qualität der Kupferleitung zwischen der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) und der Vermittlungsstelle bzw. dem Hauptverteiler des Providers abhängig. Mit zunehmender Entfernung sinkt die effektive Bandbreite deutlich.
Organisatorische und Wirtschaftliche Aspekte
Organisatorisch war die Einführung von ADSL ein großer Schritt in der Telekommunikation:
- Breitband-Erschließung: ADSL ermöglichte es Telekommunikationsunternehmen, Breitbanddienste schnell und kostengünstig anzubieten, da die vorhandene, flächendeckende Kupfer-Infrastruktur weiter genutzt werden konnte, was massive Neuinvestitionen in Glasfasernetze zunächst unnötig machte.
- Entbündelung der TAL (Local Loop Unbundling): Regulatorische Maßnahmen, die es Wettbewerbern erlaubten, die „letzte Meile“ (TAL) der etablierten Telefongesellschaften zu nutzen, führten zu einem Wettbewerb auf Basis von ADSL-Diensten.
- Verfügbarkeit: ADSL prägte lange Zeit die Verfügbarkeit von Breitband in ländlichen Regionen, bis es durch VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) und Glasfaser in städtischen Gebieten überholt wurde.
Trotz der Limitierung der Bandbreite, insbesondere im Upstream, bleibt ADSL in vielen Regionen ein wichtiger Basisdienst.
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